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Dino-Fund ist jetzt in Ausstellung zu sehen

Holger Lüdtke aus Triangel findet Europasaurus holgeri vor fast 20 Jahren Dino-Fund ist jetzt in Ausstellung zu sehen

Fast 20 Jahre ist es her, da entdeckte Holger Lüdtke aus Triangel eine Zahnkrone. Damals ahnte er nicht, dass sie zu einem bis dahin unbekannten Dinosaurier gehört, der heute seinen Namen trägt: Europasaurus holgeri - und der derzeit Bestandteil einer Sonderausstellung des Naturhistorischen Museums Braunschweig ist.

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Derzeit in Braunschweig ausgestellt: Der vom Triangeler Holger Lüdtke gefundene Europasaurus holgeri mit Kind. Foto: Christina Rudert

Quelle: Christina Rudert

Triangel. Seit Holger Lüdtke elf Jahre alt ist, sammelt er begeistert Überreste vergangener Zeiten - Fossilien. Die meisten sucht er auch selbst, birgt sie vorsichtig am Fundort aus dem Gestein, präpariert sie zu Hause selbst. Viele Exemplare gibt er anschließend weiter an Museen, Unis, den Dino-Park Münchehagen, mit dem er eng zusammen arbeitet. 1998 fand er dann in einem bis dahin „für Sammler eher uninteressanten Steinbruch“ im Harz besagte Zahnkrone. Uninteressant nicht zuletzt deshalb, weil der Zutritt für Unbefugte verboten ist, es herrscht Lebensgefahr. Lüdtke aber arbeitet eng mit dem Besitzer zusammen.

Knochenfunde folgten, bald war klar: Hier handelte es sich um einen bisher unbekannten pflanzenfressenden Zwergsaurier, einen Sauropoden von rund acht Metern Länge, von dem Überreste bisher deutschlandweit ausschließlich im Harz gefunden wurden und der vor 150 Millionen Jahren, dem Jura-Zeitalter, auf einer Insel im Harz lebte - denn Niedersachsen war damals weitgehend von Wasser bedeckt.

Jetzt sind diese Überreste im Original sowie als Rekonstruktionen in Braunschweig in der Sonderausstellung „Jurassic Harz“ zu sehen.

„Es ist etwas Besonderes, als erster Mensch zu wissen, dass es diesen Dinosaurier gab, eine neue Dino-Art entdeckt zu haben, die dann auch noch den eigenen Namen trägt“, sagt Holger Lüdtke. Der von ihm entdeckte Zwergsaurier Europasaurus holgeri hat eine Karriere als Bücher- und Spielzeugfigurenheld hinter sich.

Erstmals beschrieben wurde diese neue Zwergsaurierart im Fachmagazin Nature. Doch dabei sollte es nicht bleiben. 2013 beispielsweise wurde der Europasaurus holgeri in dem Kinderbuch „Wo kommt der Dino her?“ beschrieben, es folgte 2016 die Aufnahme in den Stammbaum der Saurier-Arten in dem US-Buch The Sauropod Dinosaurs. Natürlich hat Lüdtke auch das im heimischen Bücherschrank stehen: „Das haben mir meine Kinder zu Weihnachten geschenkt.“

Und auch die Firma Bullyland interessierte sich für die Neuentdeckung, nahm den Europasaurus 2013 als Spielzeugfigur in ihre Dinosaurier-Serie auf. „Und Skelettabgüsse stehen unter anderem in Museen in Tokio und London“, weiß Holger Lüdtke. Und jetzt in Braunschweig. Zur Ausstellungseröffnung war der Triangeler übrigens ganz offiziell eingeladen.

Bei all dem Trubel vergaß er aber nie, noch regelmäßig an den Fundort zu fahren und weiter zu suchen. „Im Laufe der Jahre wurden hier im Steinbruch von allen Beteiligten weitere neue Arten entdeckt, ich war auch an der Bergung beteiligt. Der bedeutendste Fund dabei waren kleine Säugetierzähne – die stammen von unseren Vorfahren“, ist der Hobby-Paläontologe sicher.

- Zu sehen sind die Originalteile und Rekonstruktionen des Europasaurus holgeri noch bis zum 23. Juli in der Ausstellung „Jurassic Harz“ des Naturhistorischen Museums in der Halle an der Hamburger Straße 267 in Braunschweig. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 9 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet zwölf Euro. Kinder bis 17 Jahren zahlen sechs Euro. Schulklassen sind willkommen und zahlen pro Schüler drei Euro.

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