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Blinde mit Assistenzhund aus Laden verwiesen

Neudorf-Platendorf Blinde mit Assistenzhund aus Laden verwiesen

Jennifer Mai ist blind und auf ihren Assistenzhund Daffy angewiesen. Als sie in einem Gifhorner Geschäft einkaufen wollte, wurde sie aufgefordert, den Laden zu verlassen, da Hunde dort nicht erlaubt seien. Inzwischen hat sich das Unternehmen entschuldigt.

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Ist auf ihren vierbeinigen Freund angewiesen: Jennifer Mai mit Blindenführhündin Daffy.
 

Quelle: privat

Neudorf-Platendorf.  Eigentlich wollte Jennifer Mai in Gifhorn nur ein wenig einkaufen gehen. Gemeinsam mit ihrer Blindenführhündin Daffy besuchte sie daher in Nähe des Schillerplatzes ein Geschäft – und wurde aufgefordert, dieses zu verlassen, da Hunde nicht erlaubt seien. Die junge Frau wollte erklären, dass sie von Geburt an blind und auf ihren vierbeinigen Freund angewiesen sei. Doch das half nichts.

„Ich war so sauer, dass ich der Verkäuferin die Sachen vor die Füße geworfen habe“, erzählt Jennifer Mai. Dann sei sie gegangen, habe den Vorfall aber nicht auf sich beruhen lassen. Sie wandte sich an die Vorgesetzten der Verkäuferin, inzwischen hat sich das Unternehmen entschuldigt.

„Das geht ja nicht nur mir so“, wirbt sie für mehr Offenheit und Verständnis für Blinde und Menschen mit anderen Behinderungen. Und dafür, dass die Mitarbeiter in Geschäften besser geschult werden. „Daffy ist mein Assistenzhund, den darf ich überall hin mitnehmen, wo Menschen mit Straßenschuhen und Straßenkleidung auch hin dürfen“, erklärt sie. Das wüssten aber viele Menschen nicht. So geht es ihr weniger darum, jemanden anzuprangern, als aufzuklären. „Aber wenn man sich nicht aufklären lassen will, werde ich sauer“, macht sie klar, dass sie für ihre Rechte – und die ihres fünfjährigen Vierbeiners – durchaus auch zu kämpfen bereit ist.

Stichwort Aufklärung: Gerade im Landkreis Gifhorn sind Jennifer Mai und Daffy eigentlich nicht ganz unbekannt – seit die junge Frau Anfang des Jahres ein Buch über das Leben von Blindenführhündin Daffy und damit auch ein Stück weit über sich selbst veröffentlicht hat. Das Buch stellt sie sogar selbst bei Lesungen vor. Es ist unter dem Titel „Alle hören auf ,Daffy’, nur Daffy nicht“ im Engelsdorfer Verlag erschienen, hat 184 Seiten und kostet zwölf Euro. „Und ich habe bisher hier in Gifhorn nur gute Erfahrungen gemacht.“

Das Unternehmen, eine Filialkette für niedrigpreisige Artikel, hat auf AZ-Anfrage Stellung bezogen. „An unseren Eingangstüren weisen wir darauf hin, dass Hunde in den Verkaufsräumen nicht erlaubt sind. Es gibt aber immer wieder Ausnahmen. Dies gilt auch für Blindenhunde“, so Vertriebsleiter Jens Dietrich, der den Vorfall bedauert und betont, dass die Hintergründe geklärt würden.

Von Thorsten Behrens

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