Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Straßensanierung mit Splitt: Unbeliebt, aber wirtschaftlich

Meine Straßensanierung mit Splitt: Unbeliebt, aber wirtschaftlich

Meine. Jeden Sommer aufs Neue ein Ärgernis für Autofahrer: Kleine Schadstellen in den Fahrbahnen werden mit Splitt ausgebessert, Tempo 40 und lautes Prasseln sind angesagt. „In diesem kleinteiligen Besplitten sehe ich keinen Sinn“, sagt zum Beispiel Dietrich Nolte aus Meine.

Voriger Artikel
Eine rote Furt markiert den Schulweg
Nächster Artikel
An jedem Dienstag wird losgeradelt

Rollsplitt: Auf den Straßen gilt Tempo 40, denn die kleinen Steine verlängern den Bremsweg erheblich. Nicht nur das ist für viele Autofahrer eine lästige Begleiterscheinung dieser allsommerlichen Baustellen.

Quelle: Cagla Canidar

Meine. Intakte, wenige Jahre alte Straßendecken würden mit kleinteiligen Splittpflastern übersäht, sagt Nolte Kopf schüttelnd. Dadurch entstünden doch erst deutliche Unebenheiten, abgesehen davon, dass Autos beschädigt und Gullys verstopft würden. „Ich kann das nicht nachvollziehen.“ Entweder sollte man es lieber sein lassen oder gleich großflächiger anwenden, findet er.

Eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sagt Henning Schwägermann von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Sicher gebe es bessere Methoden als den unbeliebten Splitt. Doch: „Eine möglichst vollflächige Oberflächenbehandlung mit Splitt kostet inklusive Markierungsarbeiten drei bis vier Euro pro Quadratmeter, eine neue Fahrbahndecke zehn Euro.“

Splitt werde dafür genutzt, feine Netzrisse in einer Fahrbahn abzudichten, damit sich diese gar nicht erst zu Schlaglöchern ausweiten. Ein laut Schwägermann bewährtes Verfahren: „Es wird eine neue Verschleißschicht von etwa acht Millimeter aufgetragen. Das hält dann für fünf bis sechs Jahre.“ Es bringe 18 Jahre mehr Lebensdauer für eine Fahrbahn zusätzlich zur Lebenserwartung der Asphaltschicht von zehn bis 15 Jahren, da man das Splitten dreimal wiederholen könne.

Großflächige Oberflächenbehandlungen würden durchaus bevorzugt, sagt Schwägermann. Allerdings dürfe die Landesbehörde zum Beispiel bei Bundesstraßen nur höchstens zehn bis 20 Prozent der Fläche mit Splitt versehen. „Ansonsten muss eine neue Asphaltdecke drauf.“

"Flickschusterei zieht sich über Jahre hin"

„Die Flickschusterei zieht sich über Jahre dahin.“ Lutz Dietrich von der Kreisverkehrswacht kann den Unmut der Autofahrer verstehen, etwa kürzlich auf der B?4 nördlich von Meine, wo auch seiner Meinung auf einzelnen Flächen der Splitt zu dick aufgetragen worden sei. Dennoch werde der Autofahrer weiterhin mit dem Notbehelf alle Jahre wieder leben müssen. Der Fahrsicherheitstrainer rät dabei den Verkehrsteilnehmern dringend, das Tempolimit einzuhalten, auch wenn der Hintermann ungeduldig werde. Es gehe nicht allein um Steinschlagschäden an Lack und Windschutzscheibe. „Der Bremsweg verlängert sich massiv.“ Die Splittsteinchen wirkten bei nicht blockierenden Reifen wie ein Kugellager, das das Auto immer weiter transportiere.

rtm/tru

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Papenteich
Chefredakteur Dirk Borth im Freitags-Talk auf Radio21

Dirk Borth, der Chefredakteur der Aller-Zeitung und der Wolfsburger Allgemeinen ist jetzt jeden Freitag um 16.30 Uhr bei Radio21 zu hören. "Borth im Radio" - aktuelle Kommentare aus der Region. mehr

VW-Promi-Fahrsicherheitstraining

Sollte es auch im kommenden Jahr eine Riesensause stars@ndr2 live in Gifhorn geben?

Was ist los in Gifhorn?

Welche Veranstaltungen gibt es in Wolfsburg, Gifhorn und Umgebung? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Hier lesen Sie die Sonderveröffentlichungen von AZ und WAZ zu vielen interessanten Themen. mehr