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Papenteich Papenteicher Eltern wollen Wenden statt Meinersen
Gifhorn Papenteich Papenteicher Eltern wollen Wenden statt Meinersen
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00:18 08.12.2017
Wenden oder Meinersen? Bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern des Landkreises waren die Eltern eindeutig für Wenden. Quelle: Cagla Canidar
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Rötgesbüttel, Rötgesbüttel

Wenden oder Meinersen: Darum drehte sich am Dienstagabend eine lebhafte Diskussion in Rötgesbüttel zur geplanten Erweiterung des Schuleinzugsbereichs für das Sibylla-Merian-Gymnasium um den nördlichen Papenteich. Der Landkreis Gifhorn vermochte mit seinen Argumenten Eltern aus Adenbüttel, Didderse und Rötgesbüttel nicht zu überzeugen.

Die Eltern wiederholten Argumente, die zuvor die Bürgermeister Hermann Schölkmann, Doris Pölig und Randolf Moos angerissen hatten: Papenteicher Identität mit Orientierung nach Braunschweig und Kritik an der Entfernung nach Meinersen. Eine Stunde Anfahrtzeit? „Die Rechnung von Herrn Schölkmann kommt nicht von ungefähr“, so eine Mutter aus Adenbüttel. In Wolfsburg arbeiten und das Kind aus Meinersen von der Schule abholen? „Das ist für Eltern nicht tragbar“, sagte ein Vater. Als „schreiende Ungerechtigkeit“ bewertete eine Mutter, dass Kinder aus einem System herausgerissen würden, da durch die Samtgemeinde Papenteich eine neue Schulgrenze gezogen würde.

Die Eltern verlangten zumindest nach einer Wahlmöglichkeit zwischen Lessing-, Sibylla-Merian- oder Otto-Hahn-Gymnasium. Moos kündigte einen entsprechenden Antrag im Kreistag an. Der Landkreis gab zu Bedenken, dass eine Festlegung auf Meinersen für die Planung der Schülerbeförderung wichtig wäre.

Ein Lehrer des Lessinggymnasiums warf dem Landkreis vor, mit Zahlen zu spielen, „die etwas vortäuschen“. Seiner Information nach ist die Stadt Braunschweig bereit, das Lessinggymnasium zu erweitern. Sie wisse aber nicht, was der Landkreis Gifhorn wolle. Das sorgte für Raunen im Publikum. Daraus war zuvor der Vorschlag gekommen, der Landkreis möge lieber in Wenden mit investieren. Dabei kam auch die Frage, ob die Schülerbeförderung nach Meinersen gesamtwirtschaftlich billiger wäre.

Das sind die Argumente, Daten und Fakten des Landkreises:

Der Landkreis präsentierte in der Podiumsdiskussion Daten, Fakten und Argumente rund um die Schülerzahlen-Situation in Braunschweig und Meinersen.

Im Februar, November und Dezember warnte Braunschweig davor, dass es eine Aufnahme von Schülern aus dem nördlichen Papenteich im Lessing-Gymnasium nicht mehr garantieren kann. Zurzeit gingen 5993 Braunschweiger Schüler aufs Gymnasium, diese Zahl werde bis 2030 kontinuierlich auf 6778 steigen. Da die innerstädtischen Gymnasien aus Platzgründen nicht erweitert werden könnten, werde eine Verdrängung an die Stadtränder stattfinden. Damit sei künftig jedes Jahr mit Ablehnungen von Schülern aus dem nördlichen Papenteich zu rechnen.

Die Schülerzahlen am Sibylla-Merian-Gymnasium (SMG) in Meinersen sinken seit dem Schuljahr 2012/13 (892 Schüler). Zurzeit liegen sie bei 784, ab 2023/24 würden sie unter die 700-er Marke rutschen. Die vierzügig ausgebaute Schule wäre dann dreizügig. Das hätte Auswirkungen auf Ausstattung und Angebote. Eine Aufnahme von Schülern aus dem nördlichen Papenteich würde die Vierzügigkeit und damit das jetzige Angebot der Schule sichern.

Das jährliche Potenzial an Gymnasiasten (2018 bis 2025) beträgt in den drei betroffenen Gemeinden 27 bis 40 Schüler, von denen 9 bis 19 statt nach Wenden nach Meinersen fahren würden. Etwa 25 gingen zum Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Meine. Da sticht Rötgesbüttel hervor: Das SMG würden bis zu fünf Schüler pro Jahr besuchen (heute sei es ein Schüler pro Jahrgang, der nach Wenden fahre). Adenbüttel komme auf ein Potenzial von sieben bis zehn und Didderse auf zwei bis vier Schüler.

Die Fahrstrecken würden sich vom jeweiligen Ortskern nach Leiferde (fünfte und sechste Klassen) beziehungsweise Meinersen (ab siebte Klasse) wie folgt ändern: von Adenbüttel aus ein beziehungsweise fünf Kilometer mehr, von Didderse aus fünf Kilometer weniger beziehungsweise gleiche Entfernung, von Rötgesbüttel drei Kilometer weniger beziehungsweise sechs Kilometer mehr.

Von Dirk Reitmeister

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