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Online-Handel zwingt Spielzeugladen in die Knie

Schließung nach Weihnachten Online-Handel zwingt Spielzeugladen in die Knie

Weihnachten 2016 hat sich Andrea Kirschke aus Meine anders vorgestellt. Ausgerechnet nach dem Fest der Feste wird sie nach 24 Jahren ihren Spielzeugladen in Meine an der Hauptstraße schließen. Es kann mit dem Onlinehandel nicht mehr mithalten.

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Nach Weihnachten ist Schluss: Der Spielzeugladen in Meine schließt nach 24 Jahren - die Internet-Konkurrenz ist zu übermächtig.

Quelle: Sebastian Preuß

Meine. Wie stark das Internet ist, weiß Kirschke aus erster Hand. In der Postfiliale, die sie neben ihrem Spielwarensortiment betreibt, gibt sie ein Paket nach dem anderen von der Konkurrenz an die Kunden raus - an ihrer eigenen Ware vorbei, die im Regal liegen bleibt. „Fast jedes zweite Paket ist von Amazon.“ Sie weiß, was das für ihr eigenes Geschäft bedeutet. „Es ist gerade so, dass man Lohn und Kosten decken kann.“ Von ihrer 60-Stunden-Woche bleibe ihr selbst nichts mehr.

Im Sommer habe sich das Unglück als unabwendbar abgezeichnet. Zwei ihrer neun Mitarbeiterinnen sind schon woanders, zwei gehen in den Ruhestand und der Rest sei „schon unter Dach und Fach“, sagt Kirschke. Der Rewe-Markt gegenüber werde die Post übernehmen. Die Ladenfläche habe sogar schon einen Nachfolgemieter gefunden. Über die Branche sagt Kirschke noch nichts. Nach der Umbauphase werde sie sich selbst eine Auszeit gönnen.

Dass sie schweren Herzens das 25-jährige Jubiläum ihres Geschäfts knickt, ist deutlich herauszuhören. Gestartet war sie in Isenbüttel, Meine kam seinerzeit als zweites Standbein dazu. Den ersten Einschnitt habe es mit der Öffnung des Real-Einkaufszentrums in Gifhorn Ende der 90-er Jahre gegeben. Der sei zu dicht an Isenbüttel, deshalb habe sie das Geschäft dort aufgegeben. „Die großen Ketten können andere Preise machen.“

Erst recht das Internet. Vor vier Jahren stellte Kirschke ihr Sortiment um, nahm Hochpreisiges raus und konzentrierte sich auf Kleinpreis-Ware. Mit Ideen wie die Geburtstagskorb-Aktion wollte sie den kleinen Laden vor Ort attraktiv halten und dem Internet die Stirn bieten. Inzwischen biete das Internet auch so etwas an, was ihr die Kunden auch unverblümt sagten. Noch nie sei der Umsatz so schlecht gewesen wie in diesem Jahr. „Es ist sowas von eingekracht.“

Kirschke glaubt nicht, dass es besser wird. „Das geht nicht wieder weg“, sagt sie über den Trend zum Online-Handel. „Die Generation wächst damit auf.“

rtm

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