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Papenteich Maxi und Ava verbindet mehr als eine Leine
Gifhorn Papenteich Maxi und Ava verbindet mehr als eine Leine
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00:17 20.08.2017
Eingewöhnungsphase: Assistenzhündin Ava ist bei Maxi, Jasmin und Rouven Langanke eingezogen.  Quelle: Christina Rudert
Abbesbüttel

 Die Labrador-Hündin hat das erste von zwei Lehrjahren hinter sich, das zweite absolviert sie mit ihrer neuen Familie. Die 25.000 Euro für ihre Ausbildung waren nach einem Spendenaufruf vor eineinhalb Jahren innerhalb von drei Wochen da (AZ berichtete). Aber nicht alles lief so glatt wie die Finanzierung.

Die beiden verbindet schon mehr als eine Leine: Maxi mit seiner Assistenzhündin Ava. Quelle: privat

Bei der zunächst ausgesuchten Hündin wurde ein Herzfehler entdeckt, ihre Ausbildung war damit beendet. Ein zweites Mal musste Hundetrainer Ulrich Zander Maxi Hunde vorstellen. Jasmin Langanke: „Mit dem ersten Hund hat Maxi gar keinen Kontakt aufgenommen. Als Ava kam, hat er sie sofort fokussiert, hat sich entspannt und ihr Leckerli gegeben.“

Liebe auf den ersten Blick auf beiden Seiten: „Ava hat auch auf Maxi reagiert.“ Die Ausbildung konnte beginnen. Immer wieder kam Ava zu Besuch, „und man sah richtig, wie da etwas zusammenwächst“, freut sich Rouven Langanke. Jetzt ist Ava ganz eingezogen, für die erste Woche war Zander mit dabei.

„Maxi verändert sich“, berichtet Jasmin Langanke. Ihr Mann erzählt eine Situation vom Suchtraining: „Ich hatte mich mit Maxi versteckt. Als meine Frau mit Ava um die Ecke bog, hat Maxi lauthals gelacht – wir hören ihn selten so lachen.“ Oder bei einem Spaziergang: Ava bekam das Kommando, liegen zu bleiben, obwohl die Familie weiter ging. Maxi wollte aber nicht ohne Ava gehen. „Ava tut uns allen gut“, sagt Rouven Langanke und meint mehr als den Abendspaziergang.

Die Pflegeeltern hoffen nun, dass Maxi ein freieres Leben führen kann. „Sicher wird er nie mit Ava alleine spazieren gehen, aber dank Autismusleine müssen wir ihn nicht ständig festhalten, was für ihn Stress bedeutet und für uns auch“, sagt Rouven Langanke. Zum Krankheitsbild Maxis gehören Weglauftendenzen. Die wird Ava stoppen. Lan-gankes freuen sich auf gemeinsame Ausflüge, im September startet Maxi bei der Kinderfeuerwehr.

Ein großes Anliegen ist dem Ehepaar „ein dickes Dankeschön an alle Unterstützer“. Jasmin Langanke: „Wir haben so viel Motivation und Unterstützung bekommen.“ Mehr als 1000 Menschen verfolgen Maxis Geschichte auf Facebook, immer wieder wird die Familie angesprochen. „Das wollen wir auch“, sagt Rouven Langanke.

Training für Hund und Familie

Die zweijährige Labradorhündin Ava stammt aus der Zucht von Hundetrainer Ulrich Zander. Als sie ein Jahr alt war, begann ihre Ausbildung zur Autismus-Assistenzhündin.

Lehrzeit: Assistenzhündin Ava hat schon viel gelernt, muss aber noch ein Jahr lang trainiert werden. Quelle: Christina Rudert

„Wir waren mit ihr in einer Förderschule, im Einkaufszentrum, sie muss liegenbleiben, auch wenn man weggeht“, nennt Zander Trainingseinheiten. Ava wurde auch zur Suchhündin ausgebildet: Sollte Maxi (6) verschwinden, spürt sie ihn auf. Und sie kennt die Autismusleine. Pflegemutter Jasmin Langanke erklärt: „Maxi und Ava haben beide ein Brustgeschirr um und sind durch eine 1,5 Meter lange Leine miteinander verbunden.“ Will Maxi weglaufen, bleibt Ava einfach stehen oder legt sich hin, um den Jungen zu stoppen. „90 Prozent der Ausbildung sind abgeschlossen, jetzt geht die Ausbildung in der Familie weiter“, sagt Zander. „Jetzt werden wir ausgebildet“, lacht Pflegevater Rouven Langanke. Ein Jahr lang kommt Zander alle zwei Monate für mehrere Tage vorbei, korrigiert Fehler und gibt Tipps. „Und natürlich können wir uns jederzeit an ihn wenden“, ist Jasmin Langanke erleichtert. „Sollte kein Anruf kommen, melde ich mich“, versichert Zander.

Von Christina Rudert

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