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Papenteich Experte: Beim Schulweg aufs Auto verzichten
Gifhorn Papenteich Experte: Beim Schulweg aufs Auto verzichten
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12:00 11.11.2017
Sicherer Schulweg: Damit die Kinder lernen, sich im Verkehr zu bewegen, sollten sie häufiger zu Fuß zur Schule kommen.  Quelle: dpa
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Kreis Gifhorn

 Der Schulweg sollte seltener mit dem Auto bestritten werden. Dazu ruft Sicherheitsexperte Lutz Dietrich von der Kreisverkehrswacht Eltern in Gifhorn auf. Kinder sollten viel häufiger zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen – oder gebracht werden.

Das würde unter anderem den Schulweg am Ziel übersichtlicher und damit sicherer machen. In Gifhorn werde es immer enger und unübersichtlicher, sagt Dietrich. Das sehe er täglich bei sich zu Hause in der Siedlung rund um die Kurt-Schumacher-Straße. Immer mehr Bewohner hätten Autos, die dann zunehmend auf den schmalen Siedlungsstraßen parken. Folge: Oft höre er morgens den Müllwagen hupen, weil der nicht mehr durchkomme. Im Ernstfall würde es Feuerwehr und Rettungsdienst auch so ergehen. Hinzu komme im Fall seiner Siedlung, dass an der Zufahrt der Kurt-Schumacher-Straße ein Kindergarten ist. Zu den Bring- und Abholzeiten stauten sich dort dann die Autos der Eltern beim Halten und Rangieren. Eine Situation, die sich an zahlreichen Kindergärten und Schulen jeden Tag aufs Neue abspielt.

„Verkehrsvermeidung wäre ein Sicherheitsgewinn“, sagt Dietrich. Damit meint er nicht nur die Durchlässigkeit der Straßen für Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz. Der Stoßverkehr mache die Straßen vor Schulen und Kitas unübersichtlich und mit zunehmender Hektik gefährlicher. Kinder sollten lieber zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen, meint Dietrich. „Sie müssen es ja lernen.“ Sie könnten nicht permanent im „Schonraum“ bleiben. Die Verkehrserziehung an den Schulen habe nachgelassen, und so heiße es, in der alltäglichen Praxis den sicheren Schulweg zu erlernen.

Aktion Elterntaxi: Erstklässler machen Schulstraße dicht

Aktion Elterntaxi am Freitagmorgen in Groß Schwülper: Rund 40 Erstklässler machten die Schulstraße dicht. Die Grundschule und ihr Elternrat wiesen damit vor allem anfahrende Eltern auf die Verkehrssituation und auf alternative Parkplätze hin. Die Polizei machte mit.

Bitte nicht reinfahren: Schüler, Lehrer und Eltern sperrten am Freitagmorgen die Schulstraße in Groß Schwülper für so genannte Elterntaxis.sw Quelle: Dirk Reitmeister

„Schulstraße: Autofreie Zone“ steht auf den Transparenten, die die Mädchen und Jungen an der Einmündung hochhalten. Einige Autofahrerinnen und Autofahrer halten inne und drehen ab, andere fahren weiter. Dann stoppt sie Hans-Heinrich Kubsch von der Polizei Gifhorn. Zusammen mit den Schülern überreicht er Infoflyer. „Wir wollen an Eigenverantwortung und Verständnis appellieren.“

„Wir haben mit Bussen und Autos einfach zu viel Verkehr“, sagt stellvertretende Schulleiterin Magdalena Baunack. Jeden Morgen und jeden Mittag sei die Situation hektisch und unübersichtlich. „Wir hatten schon viele brenzlige Situationen“, sagt Daniela Jankowski, Vorsitzende des Schulelternrats. Viele Eltern parkten in zweiter Reihe, die Busfahrer müssten plötzlich aufschwingenden Türen ausweichen. Elternbriefe hätten in der Vergangenheit immer für eine Woche gewirkt. Nun hoffen beide, dass diese Aktion eine nachhaltigere Wirkung erzielt.

Ihre Tochter Leni (7) kommt mit dem Bus zur Schule, so Jankowski. Eine sichere Sache, denn: „Sie steigt auf der Seite des Schulhofes aus.“ Der Infoflyer regt die Eltern an, die Kinder am Schlossplatz aus dem Auto zu lassen. Über einen Schleichweg sei von dort aus die Schule innerhalb kurzer Zeit zu Fuß zu erreichen. Bürgermeister Uwe-Peter Lestin hat bereits 20 „Elterntaxis“ dort halten sehen und lobt die Aktion. Am liebsten würde er die Schulstraße sperren und nur für Anwohner frei halten. Doch darüber entscheide nicht die Gemeinde.

Das sei bei der Verkehrsbehörde in der Überlegung, sagt Kubsch. Auch er findet die Aktion an der Schulstraße gut. Hektischer Anfahrtverkehr vor der Schule: „Das ist nicht nur hier ein Problem.“ Überall gebe es jene „Helikoptereltern“, die ihre Kinder am liebsten in den Klassenraum fahren würden und die Probleme darüber verkennen.

 

Von Dirk Reitmeister

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