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Ehepaar aus Hülperode unterstützt Tuareg

Bücher fürs Nomadenvolk Ehepaar aus Hülperode unterstützt Tuareg

2,5 Tonnen Bücher haben sie schon nach Niger in Westafrika transportiert, ganz besondere Bücher: Heike Miethe-Sommer und Edgar Sommer aus Hülperode geben in ihrem Cargo-Verlag Bücher in Tamashek heraus, der Sprache der Tuareg. Schulbücher, Märchen- und Fabelbücher, Lehrbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

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Besuche bei den Tuareg: Edgar und Heike Sommer unterstützen das Nomadenvolk mit ihrem Verein Cargo seit 22 Jahren.

Quelle: Edgar Sommer

Hülperode. Jetzt geht wieder ein Container mit 3000 Lesebüchern sowie 400 Grammatiken und Wörterbüchern auf Reise nach Agadez, per Schiff bis Togo, dann über Land.

In den 1970er Jahren brach Edgar Sommer zum ersten Mal auf in die Sahara. Und seitdem hat sie ihn nicht mehr los gelassen. 1995 gründete er den Verein Cargo, um das Volk der Tuareg zu unterstützen. Die Nomaden, die in Niger, Mali, Algerien, Libyen und Burkina Faso leben, haben es ihm und seiner Frau angetan: „Sie sind stolz. Die Frauen sind gebildet. Und sie lieben die Freiheit – das sind Werte, die wir unterstützen wollen“, sagt Heike Miethe-Sommer.

Zwei Dinge kamen zusammen: Die Regierung des Niger gestattete den Tuareg eigene Schulen – die Finanzierung blieb aber dem Berber-Volk selber überlassen –, und die UNESCO setzte sich für den Erhalt der Sprachen von Minderheiten ein. Tamashek drohte in der ehemaligen französischen Kolonie Niger durch das Französisch als Amtssprache verdrängt zu werden. Und in französische Schulen schickten die Tuareg ihre Kinder nicht – 50 Prozent des Volkes waren Analphabeten.

Zunächst ging es um Schulmaterial in Tamashek. Sommers taten sich mit dem Linguistiker Prof. Dr. Karl G. Prasse zusammen. Der Deutsche, tätig an der Universität Kopenhagen, beherrschte die Sprache und half bei der Redaktion der Bücher. 2002 überreichte Heike Miethe-Sommer dem nigerianischen Minister Rissa ag Boulla persönlich das erste Buch in Tamashek, die „Geschichten und Erzählungen der Kel Ferwan“, eines Tuareg-Stammes. „Diese Geschichten haben den gleichen Stellenwert wie für uns die Märchen der Gebrüder Grimm“, erklärt Heike Miethe-Sommer. Das Geld dafür war unter anderem bei einer Aktion der Wolfsburger Gesamtschule zusammengekommen, an der Heike Miethe-Sommer unterrichtete.

Es folgten Grammatik und Wörterbücher, „Aghrimat-Tagrimat“ (Leset und versteht), ein Lehrbuch über Gesundheit, Hygiene Schwangerschaft, Umweltpflege, Ernährung, Ackerbau und Viehzucht. Und finanzielle Unterstützung durch die Niedersächsische Lottostiftung, durch Vereinsmitglieder, die Volkswagenbank und das Naturhistorische Museum Braunschweig.

Die nächsten Bücher sind unterwegs

Die nächsten Bücher sind unterwegs: Heike Miethe-Sommer und Edgar Sommer (2.v.l.) organisieren den Transport.

Quelle: Cagla Canidar

2016 bestellte Ahmed Ahane, Schulleiter aus Agadez, weitere 3000 Exemplare der „Geschichten und Erzählungen der Kel Ferwan“. Ein Projekt, das mit Frachtkosten, Überlandtransport und Zollgebühren 30.000 Euro kostet. 22.000 Euro davon übernimmt die Niedersächsische Bingostiftung, der Verein trägt 8000 Euro. Und der Verlag packt noch mal 400 Grammatiken und Wörterbücher im Wert von 8000 Euro oben drauf.

Von Christina Rudert

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