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Papenteich Blinde 22-Jährige: Kassenkasse lehnt Anträge auf Hilfsgeräte ab
Gifhorn Papenteich Blinde 22-Jährige: Kassenkasse lehnt Anträge auf Hilfsgeräte ab
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00:16 08.08.2016
Blindenhund: Tierischer Helfer für den Alltag. Quelle: Ingo Wagner
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Die 22-Jährige Jana-Alina Kornfeld ist blind und laut ihrer Mutter in Pflegestufe zwei mit Alltagseinschränkungen eingestuft. Sie arbeitet in der Werkstatt für Behinderte in Gifhorn. Zuhause beschäftigt sie sich vor allem mit ihrem Computer. Dieser hat eine Tastatur mit Blindenschrift. Das muss reichen, sagt die Deutsche BKK. Unter anderem damit lehnt sie den Antrag der Familie auf ein mobiles Abspielgerät - Kosten rund 460 Euro - ab. „Es kann folglich kein Bedarf für die Versorgung mit einem weiteren Hilfsmittel zur Informationsgewinnung erkannt werden“, schreibt die Kasse der AZ.

Andrea Kornfeld hat Widerspruch eingelegt. „Soll sie sich in die dunkle Kammer setzen und vom Leben nichts mehr mitkriegen?“, ärgert sie sich darüber, dass ihrer Tochter der Daisyplayer für Hörbücher und CD-Roms mit Informationen verwehrt wird.

Nicht der erste Ärger für Kornfelds. Abhaken konnten sie schon 2014 ein Milestone-Lesegerät (3700 Euro), mit dem Jana-Alina beim Einkaufen Strichcodes lesen und durch ein Farberkennungssystem ihre Kleidung im Schrank sortieren könnte. Die Deutsche BKK spricht der 22-Jährigen die Fähigkeit zur selbstständigen Lebensführung ab und beruft sich auf den Medizinischen Dienst der Krankenkassen: „Der MDK hat klar herausgestellt, dass die medizinische Notwendigkeit nicht bestätigt werden konnte.“

Andrea Kornfeld will ihre Tochter in Selbstständigkeit fördern und ärgert sich über die Begründung der Kasse in Zeiten, „in denen alle über Inklusion reden“. „Wenn sie auf diesem Stand bleibt, wird sie immer auf fremde Hilfe angewiesen sein. Ich lebe auch nicht ewig.“

rtm

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