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Ärger um neue Kita-Gebühren

Gemeinde Meine verlangt deutlich mehr Ärger um neue Kita-Gebühren

Die seit 1. August geltenden neuen Kita-Gebühren in der Gemeinde Meine sind offenbar ein großes Thema, wenn nicht sogar ein Aufreger. Vor allem besser verdienende Eltern müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen.

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Zum Teil deutliche Erhöhung der Kita-Gebühren: In der Gemeinde Meine regt sich Widerstand bei den Eltern.
 

Quelle: dpa

Meine. Carsten Müller und seine Frau Tanja haben einen umfangreichen Schriftverkehr hinter sich. Nicht nur mit der Samtgemeinde Papenteich und der Gemeinde Meine, die Eltern aus Abbesbüttel haben auch das niedersächsische Kultusministerium und das Bundesfamilienministerium angeschrieben. An die kommunalen Adressen ging ein Einspruch gegen die Erhöhung der Gebühren.

Preissteigerung von rund 47 Prozent für Eltern zweier Kinder

Der neue Satz bedeutet für die Eltern zweier Kita-Kinder eine Preissteigerung von 47,06 Prozent. Gegenüber Braunschweiger Einrichtungen müssten sie nun in ihrer Einkommensklasse 121 Euro mehr monatlich zahlen, gegenüber Wolfsburger Kitas sogar 390,58 Euro. „Inklusive Essensgeld in Höhe von rund 150 Euro pro Monat für beide Kinder zahlen wir dann rund 750 Euro im Monat für die Kinderbetreuung.“ Das passe nicht zu den Wahlslogans der Parteien von Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der versprochenen Abschaffung von Kita-Gebühren, so der Familienvater.

Müllers sind wohl nicht die einzigen Eltern, die angesichts der neuen Gebühren schlucken. „Das ist ein großes Thema in der Elternschaft“, sagt Eva Schmidt, Vorsitzende des Elternrats der Kita Altes Freibad. Ihr Gremium werde sich Mitte September damit befassen. Sie sehe die Bemühungen der Gemeinde, Eltern mit geringem Einkommen zu entlasten. „Man ist als Besserverdienende gewillt, seinen Teil beizutragen.“ Doch 47 Prozent drauf: „Das stellt auch gut situierte Familien vor Probleme. Das finde ich nicht akzeptabel.“

Gebührenfreie Kita bleibt zunächst nur ein Ziel

Mit der Kostendeckung begründet Meines Bürgermeisterin Ute Heinsohn-Buchmann in ihrem zweiseitigen Antwortschreiben auf den Einspruch der Abbesbütteler Eltern Tanja und Carsten Müller die Erhöhung der Kindertagesstätten-Gebühren. Diese seien sieben Jahre lang nicht erhöht worden. Für die SPD sei das durchaus ein Spagat, räumt Heinsohn-Buchmann ein. Die Sozialdemokraten hielten an dem Ziel fest, Kitas ohne Gebühren zur Verfügung stellen zu können. „Doch gegenwärtig handelt es sich eben um Ziele und nicht um das, was Realität ist.“

Bislang hätten die Eltern 20 Prozent der Kosten getragen, jetzt sei es ein Drittel, so wie Gemeinde und Land auch. Das soll sozial ausgewogen sein, sagt Heinsohn-Buchmann.

Die alte Staffelung endete bei einem Familieneinkommen von 45.000 Euro an aufwärts. „Mit der neuen Staffelung der Gebühren sind alle Familien nahezu gleich belastet, denn alles haben für einen Platz in einer Kindertagesstätte ungefähr drei Prozent ihres Bruttoeinkommens aufzuwenden.“ Müllers mit ihren beiden Söhnen seien mit 47 Prozent durchaus „extrem betroffen, was mich veranlasst, die Geschwisterregelung noch einmal zu überprüfen“. Die „krasse Gebührenerhöhung“ sei der alten Staffel und der „jahrelang nicht angepassten“ Höhe geschuldet. Vergleiche mit Braunschweig oder Wolfsburg könne sie nicht anstellen, da sie die Verhältnisse dort nicht kenne. Heinsohn-Buchmann wirbt auch damit, dass die Einrichtungen der Gemeinde Meine ihr Geld wert seien: „Unsere Einrichtungen sind gut ausgestattet, unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind gut ausgebildet und bilden sich ständig fort.“

Von Dirk Reitmeister

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