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Meinersen Sprachlernklasse: Flüchtlinge helfen sich gegenseitig
Gifhorn Meinersen Sprachlernklasse: Flüchtlinge helfen sich gegenseitig
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00:16 25.06.2016
Hauptschule Meinersen: Lehrerin Elisabeth Byl mit den Schülern der ersten Sprachlernklasse. Quelle: Hilke Kottlick
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Sollte diese genehmigt werden, ist die Hauptschule für die Aufnahme weiterer Schüler gerüstet. Obwohl - oder gerade weil - Heisterhagen und Elisabeth Byl, Lehrerin der Klasse, dort schon so manche Hürde bewältigt haben. So kamen vor kurzem sieben afghanische Schüler auf einen Schlag. Sie kannten kein deutsches Wort. Hilfe gab es trotzdem - von einem Jungen, der alleine geflohen ist. Ebenfalls aus Afghanistan stammend, aber bereits in einer Wohngruppe lebend, half er beim Dolmetschen.

Die Schulleiterin scheut sich nicht, Konflikte anzusprechen. So gab es Probleme mit Jungen, die nicht einsehen wollten, dass sie auch Weisungen einer Lehrerin folgen sollen. „Wir haben uns gefragt - wie kriegen wir das gestemmt?“, sagt sie. Ein Polizist redete mit ihnen, das zeigte Wirkung. Dann brach sich einer beim Herumalbern einen Arm. „Wir haben ihn bedauert und in den Arm genommen“, sagt sie. Damit war das Eis gebrochen. Einer der Jungen, der seit September hier ist, sucht nun einen Praktikumsplatz. „Er möchte eine Lehre absolvieren“, sagt Heisterhagen. Sie räumt ihm Chancen ein, denn sie weiß: „Er will.“

hik

Lehrer verhelfen zu sozialen Kontakten

Meinersen. Langweilig ist es nicht – die Flüchtlingskinder stellen die Lehrer der Sprachlernklasse in der Hauptschule Meinersen immer wieder vor neue Herausforderungen:

So berichtet Schulleiterin Frauke Heisterhagen von zwei Jugendlichen aus dem Irak, die ein Jahr lang in einem Flüchtlingslager an der türkischen Grenze gelebt haben. Angesicht der Nachrichten im Fernsehen „kann ich mir vorstellen, was die Jugendlichen dort erleben haben“.

Um Flüchtlingskinder bei der Integration zu unterstützen, machen die Lehrer vieles möglich. Heisterhagen berichtet von „unserem kleinen Somalier Rashdi“. Allein nach Deutschland gekommen, lebt der 15-Jährige in einer Pflegefamilie. „Den Kollegen fiel auf, dass er gut mit dem Ball umgehen kann.“ Der Kontakt zu einer Fußballsparte war schnell hergestellt. Rashdi kickt jetzt im Verein.

Kontakte gibt es auch zur Kirche, den Flüchtlingspaten, dem Hausmeister des Asylbewerberheims. Einige der dort lebenden Wirtschaftsflüchtlinge wurden laut Heisterhagen ausgewiesen. In solchen Fällen wünscht sie sich mehr Sozialarbeit beim Landkreis. „Ich bin für jeden meiner Schüler verantwortlich“, sagt sie. Bleibe einer der Schule fern, erkundige sie sich sofort und überall nach dem Verbleib. Oftmals erfahre sie jedoch erst viel später, dass Eltern und Kinder des Landes verwiesen wurden. Ein Anruf hätte da genügt – und der Schulleiterin viel Arbeit erspart.

hik

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