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Meinersen Singen hält Senioren fit und macht sie glücklich
Gifhorn Meinersen Singen hält Senioren fit und macht sie glücklich
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18:00 22.12.2017
Singen hält fit: Artur Müller (2.v.r.) arbeitet als Musiktherapeut in Krankenhäusern, Kliniken und Seniorenheimen. Quelle: Hilke Kottlick
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Ahnsen

Zehn von 15 Mitgliedern der Seniorenband Rasselbande warten bereits auf Artur Müller im Ahnser Seniorenheim an der Oker. Im Jahr 2011 gegründet, trifft sich dieser Chor einmal pro Woche zum Proben. „Heute singen wir ein Weihnachtslied“, greift Müller in die Saiten seiner Gitarre. „Die Melodie stammt aus Irland“, klärt er auf. Die Senioren nehmen die bereit liegenden Texte zur Hand. Müller gibt den Ton an. Allesamt stimmen das Lied „So wunderschön scheint heute der Stern“ an. Schnell wird deutlich,was der ausgebildete Musiktherapeut Müller zuvor erläutert hat: „Singen macht glücklich durch die Produktion von Endorphinen, den Glückshormonen.“

„Singen fördert Verbundenheit, versetzt in leichte Trance, entspannt, reguliert die Atmung, wirkt sich hormonell positiv aus und bringt das Herzkreislaufsystem in Schwung“, zählt Müller positive Aspekte auf. „Musik ist mein Hobby“, sagt er – obwohl er das eigentlich gar nicht erwähnen muss. Nachdem er die Leitung des Seniorenheimes in die Hände seines Sohnes abgegeben hat, war Musik auch der Anlass für ihn, in den Jahren 2011 und 2012 eine Ausbildung als Musiktherapeut zu absolvieren. Parallel dazu gründete er die Seniorenband Die Rasselbande. Und was er während seiner Arbeit mit dieser Seniorenband immer wieder erlebt, fasziniert ihn nach wie vor: „Selbst demenzkranke Menschen, die sonst fast alles vergessen haben, erinnern sich an neu erlernte Melodien“, sagt er. „Und wenn ich das sehe, ist das für mich immer wieder wie ein Wunder.“

Sitzt er mit seinem Chor bei der Probe, „dann spiele ich eine Melodie“, beschreibt er die Entstehung eines Liedes, an dem alle Mitglieder der Rasselbande teilnehmen. „Was fällt Ihnen zu der Melodie ein?“, fragt er dann in die Runde. Die Senioren nennen mehrere Stichworte, beispielsweise Heimat. „Ich setze diese Stichworte dann in Reimform zusammen und mache daraus ein Lied“, beschreibt der Musiktherapeut. „30 Stücke haben wir auf diese Art bereits selbst geschrieben“, sagt er nicht ohne Stolz auf die Rasselbande, die bereits routiniert anstimmt, auch bei öffentlichen Auftritten.

Musik als Therapie bei vielen Krankheiten

Eigentlich wollte Artur Müller mit seinen musikalischen Kenntnissen nur in Seniorenheimen aktiv werden, erzählt er. Dann aber hörte eine Gifhorner Neurologin von dem Musiktherapeuten, und sie erkundigte sich, ob er auch einen Kursus an ihrer Tagesklinik für Menschen mit Depression geben würde. Der 62-Jährige willigte ein. „Das war manchmal schwierig“, blickt er heute zurück. „Da waren Menschen, die hatten es verlernt zu reden.“ Als Musiktherapeut wusste er Rat. „Statt uns mit Worten zu unterhalten, haben wir dafür Musikinstrumente eingesetzt.“ Der Erfolg gab ihm recht – „die Patienten sind aufgetaut, über die Musik werden bei ihnen Endorphine – Glückshormone – gebildet, und die Menschen werden wieder aktiver“.

Vom Einsatz des Ahnser Musiktherapeuten hörte auch der Chef einer Klinik in Großburgwedel. Fazit laut Müller heute: Er setzt seine musikalischen Kenntnisse jetzt auch in der Schmerztherapie in Großburgwedel und in einem Krankenhaus in Lehrte ein.

„Singen macht gesund“, ist Müller dann auch überzeugt. Als Musiker spricht er von entsprechenden „Therapien bei Demenz, chronischen Schmerzen, Depressionen, Angst und Panik“. Er weiß außerdem: „Singen schafft Erinnerungen und es vertieft die Atmung.“ Dadurch kommt es dem Musiker zufolge zu einer besseren Sauerstoffversorgung der Organe und des Gehirns, „bis hinein in jede Körperzelle“. Für ihn steht außerdem fest: „Singen stärkt die Infektabwehr durch Erhöhung der Immunglobuline A und es kann durch die Produktion von Endorphinen Schmerzen lindern.“

Von Hilke Kottlick

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