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Meinersen Aller-Renaturierung bis Ende des Jahres
Gifhorn Meinersen Aller-Renaturierung bis Ende des Jahres
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08:00 19.07.2018
Renaturierung bei Müden: Geschaffen werden dort ideale Lebensbedingungen für Fischotter, Biber, Teichfledermaus, Kammmolch und viele Kleinfischarten. Quelle: NLWKN
Müden

Im Auftrag des NLWKN hatte eine Baufirma im vergangenen Sommer mit den Bauarbeiten in dem Aller-Abschnitt bei Gerstenbüttel begonnen. Die Arbeiten mussten jedoch im November witterungsbedingt unterbrochen werden.

Grundwasser bis zur Geländeoberfläche

„Aufgrund anhaltend hoher Niederschläge war der Grundwasserstand bis auf das Niveau der Geländeoberfläche angestiegen und Teile der Renaturierungsflächen waren überflutet“, berichtet Stolz. Die Folge war dann auch, dass Bodentransporte und Baggerarbeiten nicht mehr möglich waren.

Komplett fertig gestellt wurden Stolz zufolge bisher der östliche Fluchthügel und das daneben liegende Stillgewässer. „Ein großer Teil des neuen Nebenarms und der beiden Oberboden-Abtragsflächen konnte ebenfalls schon hergestellt werden, so dass keine weiteren Bodentransporte mehr erforderlich sind.“

Restarbeiten dauern vier Wochen

„Die Restarbeiten, für die der NLWKN rund vier Wochen veranschlagt, sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden“, hofft der NLWKN-Sprecher auf baldige Fertigstellung. Einen genauen Termin kann er derzeit noch nicht nennen, da dies auch von den Kapazitäten der beauftragten Firma abhänge.

Silke Seemann vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beschreibt das Renaturierungsprojekt: Demnach sollen „auentypische Strukturen auf den 20 Hektar großen landeseigenen Flächen an der Aller bei Müden entstehen“.

Viel Platz für das Wasser

Die rechtsseitige Verwallung entlang eines rund anderthalb Kilometer langen Abschnitts der Aller wird bis zum nördlichen Talgraben zurückverlegt: „So geben wir dem Fluss mehr Raum, im Hochwasserfall wird diese Retentionsfläche überflutet und das Hochwasser richtet keinen Schaden an“, erläutert sie. „Die Funktion des Talgrabens als Vorfluter oberhalb liegender land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen wird dabei aufrechterhalten.“ Gleichzeitig wird ein neuer Nebenarm der Aller angelegt.

Neuer Nebenarm

„Die Flächen zwischen dem neuen Nebenarm der Aller und dem bestehenden Gewässerlauf werden der natürlichen Sukzession überlassen und sollen sich je nach Feuchtigkeitsverhältnissen zu einem auentypischen Wald entwickeln“, schildert sie weiterhin. Zwischen dem Talgraben und dem entstehenden Nebenarm der Aller sollen Teilbereiche mit den Auentümpeln durch eine Beweidung mit Rindern offengehalten und grünlandartig genutzt werden.

„Die an der Verwallung entlang des Talrandgrabens geplanten Erhöhungen dienen als Fluchthügel für Rinder und sollen auch für die Anlage eines Aussichtspunktes zur Naturbeobachtung genutzt werden“, blickt Seemann zugleich auf sanften Tourismus vor den Toren Müdens. „Wir schaffen ideale Lebensbedingungen für Fischotter, Biber, Teichfledermaus, Kammmolch, Grüne Keiljungfer und viele Kleinfischarten.“

Von Hilke Kottlick

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