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Pendler kommen nicht zur Arbeit

Meinersen Pendler kommen nicht zur Arbeit

Meinersen. Die Rechnung ist nicht aufgegangen: Statt eines Busses der Linie 140 kam diese Woche ein Taxi. Dummerweise standen um 5.08 Uhr an der Meinerser Apotheke aber an zwei Tagen mehr Fahrgäste, als in den Wagen passten.

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Busfahren schwer gemacht: Von falschen Uhrzeiten auf den Fahrplänen über zu kleinen Bussen bis hin zu verpassten Anschlüssen gibt es einiges, das die Meinerser Christof Nelke (l.) und Frank Wolk ärgert.

Quelle: Christina Rudert

Alle mussten um 6 Uhr ihren Dienst bei VW antreten. Für Frank Wolk und Christof Nelke nur der Tropfen, der das Fass der beiden zum Überlaufen brachte.

„Ein Kollege ist eineinhalb Stunden später mit dem nächsten Bus gekommen, der andere gleich wieder nach Hause gegangen“, berichtet Vertrauensmann Wolk. Nelke weist darauf hin, dass „das keine Werkslinie, sondern eine ganz normale Buslinie ist - was machen die denn, wenn da eine Frau mit Kinderwagen steht und nach Gifhorn will?“ Nur weil Ferienzeit ist, „können die doch nicht automatisch davon ausgehen, dass niemand mitfahren will“.

Stefan Glinschert, stellvertretender Betriebsleiter der VLG, reagiert erschrocken: „So etwas darf nicht passieren, dass dann Leute nicht zur Arbeit kommen.“ Die VLG setze während der Ferien auf mehreren Linien Taxen ein, weil das Fahrgastaufkommen in der Urlaubszeit doch erheblich sinke. „Aber für einen solchen Fall muss schnell Abhilfe geschaffen werden - dann müssen wir eben ein zweites Taxi einsetzen.“

Die beiden Meinerser Frank Wolk und Christof Nelke fühlen sich vom öffentlichen Personennahverkehr stiefmütterlich behandelt. „Dabei reden alle davon, dass mehr Pendler auf Bus und Bahn umsteigen sollen“, sagt Wolk. „Das geht aber nur, wenn der zuverlässig fährt.“ „Meinersen ist der größte Ort der Samtgemeinde, aber erst seit einem Jahr gibt es die Anbindung ans Werk“, erinnert Nelke. Die Linie 140 ist ein Zubringer zur Werkslinie 156. „Das heißt, dass wir am Schillerplatz in Gifhorn immer umsteigen müssen“, sagt Wolk. „Fast immer“, ergänzt Nelke, der eine Alternative ausgetüftelt hat – allerdings nicht mit Hilfe der Fahrpläne, sondern dank der Ansage eines Busfahrers: „Wenn ich aus der Spätschicht komme, fahre ich mit der 155, die am Bahnhof Gifhorn-Stadt zur 140 wird, und kann sitzen bleiben.“

Er wünscht sich mehr Transparenz und dauerhaft eine durchgehende Linie. „Das wird schwierig“, befürchtet Stefan Glinschert, stellvertretender Betriebsleiter der VLG. Dass es am Abend diesen „Linienwechsler“ gibt, sei Zufall. Die Busunternehmen, die im Landkreis unterwegs sind, fahren eine vertraglich festgelegte Kilometerzahl, die Fahrer haben ihre Arbeitsstunden. „Das muss alles passen – daher kann ich nicht versprechen, dass wir zum Fahrplanwechsel nach den Ferien einen durchgehenden Bus hinbekommen.“

Wenn nicht, fährt bei Wolk, Nelke und Kollegen auch nach dem Urlaub wieder täglich der Stress mit: Klappt das mit dem Anschluss? Bei der Hinfahrt muss die 156 am Schillerplatz warten, auch wenn die 140 bis zu zehn Minuten Verspätung hat – „wegen der Verkehrsbehinderungen durch die Arbeiten an der B4-Brücke“, erklärt Wolk. Rollt der Verkehr auf der Rückfahrt nicht reibungslos Richtung Gifhorn, haben die beiden schon manchen Anschluss verpasst.

tru

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