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Meinersen Tierschützer füttern Zöglinge fast rund um die Uhr
Gifhorn Meinersen Tierschützer füttern Zöglinge fast rund um die Uhr
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18:00 13.07.2018
Massenabfertigung: Kerstin Anders füttert nahezu ohne Pause junge Meisen, Stare, Dohlen, Krähen. Quelle: Hilke Kottlick
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Leiferde

Es ist Frühsommer, und die Zentrumsbesatzung in Leiferde weiß kaum, wie sie die unzähligen Zöglinge satt bekommen soll, sagt Bärbel Rogoschik, Chefin im Nabu Artenschutzzentrum. Dohlen, Eichelhäher, Blaumeisen, Stare wollen dort ebenso versorgt werden wie der kleine Storch oder die Feldhasen. „Jeder Vogel wird 48 mal am Tag gefüttert“, erläutert Rogoschik. Das manchmal nur dreiköpfige Team hat damit von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zu tun. „Und das Futter muss auch noch zubereitet werden“, ergänzt die Chefin.

Auch kleine Säugetiere werden versorgt: Bärbel Rogoschik mit zwei Feldhasen. Quelle: Hilke Kottlick (Archiv)

Voll des Lobes ist sie über ihre Mitarbeiter. Sie nehmen sich Rogoschik zufolge sogar Säugetiere mit ans Bett, um sie bei Bedarf auch in der Nacht zu füttern. Es sind zumeist junge Leute wie Kerstin Anders. Im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung arbeitet sie im Zentrum und füttert dort Meise und Dohle, Rotschwänzchen und Eichelhäher mit der Pinzette.

Beispiele geglückter Auswilderungen

Sitzen die Jungvögel im Nabu-Artenschutzzentrum anfangs in kleinen Boxen, kommen sie später in Käfige. Dann folgt der Umzug in geschlossene und später in geöffnete Volieren. „Dort erhalten sie nach wie vor Futter, können aber schon jederzeit ein- und ausfliegen“, nennt Zentrums-Chefin Bärbel Rogoschik Schritte geglückter Auswilderung.

Da brennt die Luft: Jungvögel aller Arten werden im Nabu-Artenschutzzentrum aufgepäppelt. Quelle: Hilke Kottlick

Die Biologin berichtet aber auch von Fällen, die vermeidbar wären. So von dem Rehkitz auf der Wiese. Ein Passant hatte darauf hingewiesen. Der Rat sei aber ignoriert und das Kitz vom Mäher getötet worden. „Einfach flatternde Mülltüten – am Abend zuvor am Wiesenrand aufgehängt – hätten die Mutter wohl dazu gebracht, ihr Kitz aus der Wiese heraus zu führen“, weiß Rogoschik.

„Bis 22 Uhr wird bei uns gefüttert“

Und auch dem Igel, die nachts mit offenem Beinbruch in einem Karton vor dem Zentrum abgestellt und dann von Maden befallen wurde, hätte die Zentrumsbesatzung helfen können, wenn sie eher davon erfahren hätte. Denn: „Bis 22 Uhr wird bei uns gefüttert“, erläutert Leiterin Rogoschik. Im Anschluss ist für Notfälle eine Telefonnummer ausgehängt.

Biologin appelliert: Jungvögel nicht einfangen

Biologin Bärbel Rogoschik rät: Junge Vögel nicht einfangen und zum Zentrum bringen. „Diese Ästlinge haben bereits das Nest verlassen, werden aber von den Eltern noch gefüttert.“ Auf das Ausbringen von Netzen über Kirschbäumen oder Johannisberen verzichten. Für so manchen Vogel und Igel sind diese Netze tödlich. Angesichts der Wasserknappheit im Garten und auf Balkon oder Terrasse frisches Wasser bereit stellen. Angesicht des akuten Insektenschwunds ist gegen das Angebot von insektenreichem Futter für die Gartenvögel aus dem Fachhandel nichts einzuwenden. Dazu passend läuft derzeit im Internet die Aktion „Insektensommer 2018: Zählen, was zählt!“ Dabei ruft der Nabu zum Insektenzählen auf.

Von Hilke Kottlick

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