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Meinerser wollen Abschiebung verhindern

Meinersen Meinerser wollen Abschiebung verhindern

Meinersen. Einer serbischen Familie, die seit 2010 in Meinersen lebt, droht die Abschiebung - obwohl sie gut in den Ort integriert ist. Dagegen machen viele Meinerser jetzt mobil. Sie wollen, dass die Familie Sulic bleiben darf.

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Seite an Seite mit der serbischen Familie: Sabina Sulic (v.l.), Regina Stork, Neborjsa Sulic, Oliver Flanz, Senad Sulic und Ellen Reck-Neumann.

Quelle: Hilke Kottlick

Sie besuchen Sprachkurse, engagieren sich in Vereinen und in der Kirchengemeinde. Die Familie Sulic aus Serbien ist laut Oliver Flanz, Meinerser Pastor, ein „Paradebeispiel für gelungene Integration“. Jetzt droht die Abschiebung nach Serbien und etliche Menschen stehen auf und machen sich stark für den Verbleib von Mutter Milena, Vater Neborjsa, der 16-jährigen Tochter Sabina und des 13-jährigen Senad.

„2010 kam die Familie Sulic nach Meinersen“, weiß Lehrerin Regina Stork. Gemeinsam mit Kollegin Ellen Reck-Neumann unterstützt sie die Familie. Die Eltern wurden laut Stork unlängst von der Härtefall-Kommission informiert, dass ihr Duldungsantrag nicht erneuert wird, die weitere Entscheidung liege im Ermessen der Ausländerbehörde, so die Lehrerin.

Über die drohende Abschiebung informiert, reagierte Pastor Oliver Flanz. Er appellierte im Gottesdienst, Solidarität anhand von Unterschriften zu zeigen - mit Erfolg. „In zwei Tagen kamen 200 Namen zusammen“, so Flanz. „Weitere folgen“, ist er sicher, denn viele Listen liegen noch in Schule und Gemeinde aus. Unzählige Menschen unterstützen die Familie. „Das tut man nicht für jeden“, sagt Flanz. Der Pastor verweist auf Sabina Sulic, die „jetzt konfirmiert wird“. Er hebt Mutter Milena hervor, die Deutsch-Kurse besucht hat, ebenso Vater Neborjsa, dem er ein Praktikum mit Aussicht auf Anstellung in einer Baufirma besorgt hat. Parallel dazu bemüht sich Ellen Reck-Neumann für den Vater um einen Saison-Job. Sie hebt den 13-jährigen Senad hervor, der sich als Judotalent im Sportverein beweist. „Die Sulic sind überall willkommen“, so der Pastor. Viele Menschen kämpfen für diese Familie, die laut Flanz voll und ganz „in der Gemeinde Meinersen angekommen ist“.

Der Pastor weiß, dass sich die Mitarbeiter im Landkreis Gifhorn an ihre Richtlinien halten müssen. Er hofft gleichsam darauf, dass der Landkreis vielleicht einen möglichen Ermessensspielraum nutzen kann und Familie Sulic doch bleiben darf.

„Wir sind an Recht und Gesetz gebunden“, sagt dazu Gifhorns Landrat Dr. Andreas Ebel auf AZ-Nachfrage. Die Härtefall-Kommission habe entschieden, so der Landrat. Er ergänzt: „Wir werden an das Innenministerium herantreten und den Sachstand erfragen.“

hik

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