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Krippen-Plätze sind Mangelware

Samtgemeinde Meinersen Krippen-Plätze sind Mangelware

Groß ist das Krippen- und Kita-Angebot in der Samtgemeinde Meinersen. Trotzdem suchen nach wie vor Eltern Betreuungsplätze für ihren Nachwuchs unter drei Jahren. Dazu zählen neben den Krippen auch qualifizierte Tagesmütter. Daran jedoch mangelt es derzeit akut, bestätigt auf AZ-Anfrage Angela Lippe.

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Lichthof in Ahnsen: Christine Müller betreut dort als Tagesmutter fünf Kinder im Alter von anderthalb bis drei Jahren.
 

Quelle: Hilke Kottlick

Meinersen.  Die Leiterin der DRK-Kita am Gajenberg weiß, wovon sie spricht – hält sie doch die Vermittlungsfäden in Sachen Kindertagespflege in ihren Händen. Dass sich in diesem Bereich jetzt etwas regt, bestätigt der aktuelle Beschluss des Samtgemeinderates. Danach sollen jetzt Bedarfe in der Kindertagespflege ermittelt werden.

Eckhard Montzka, Meinerser Samtgemeindebürgermeister, erläuterte dazu in jüngster Sitzung des Samtgemeinderates, dass die Kindertagespflege an Bedeutung gewonnen habe. Anlass für die Politik laut Beschluss, diese Betreuungsform künftig zu einer verlässlichen, qualitätsorientierten und flexiblen Angebotsform neben den Kindertageseinrichtungen einzurichten. Die Kindertagespflege leiste einen „entscheidenden Beitrag zur Förderung der Kinder und zur Realisierung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, hieß es im Sitzungsverlauf. Grundsätzlich zuständig ist Montzka zufolge der Landkreis in Sachen Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen, Erteilung der Pflegeerlaubnis, Beitragsabrechnung. Anlass für ihn, einen Antrag an den Landkreis zu stellen, um die Bezahlung und damit die Wertschätzung der Pflegekräfte zu erhöhen.

Angela Lippe zählt dazu auf: „Wir haben zurzeit 19 Adressen in der Samtgemeinde Meinersen, die Kindertagespflege anbieten.“ Darunter sind zwei Großtagespflegestellen, 13 Frauen bieten in ihrer Wohnung Pflegeplätze für bis zu fünf Kinder an, vier Frauen kommen ins Haus der jeweiligen Familien, um dort die Kinder zu versorgen. Nur wenige Jahre zuvor war dieses Netz von Kindertagespflegeplätzen weitaus größer gespannt. Aus diesem Grund hofft Angela Lippe, dass sich künftig wieder mehr Frauen und vielleicht Männer dazu entschließen, in der Kindertagespflege zu arbeiten.

Tagesmutter: „Bedingungen nicht gerade rosig“

Fünf Mädchen und Jungen im Alter von anderthalb bis drei Jahren stehen mit leuchtend rosigen Wangen in den Pfützen auf dem Gelände des Lichthofs in Ahnsen. Bedeckt mit Schlammspritzern von Kopf bis Fuß buddeln sie eifrig im Matsch, Hühner gackern im Hintergrund, die Silhouetten von Pferden sind erkennbar. Der Lichthof scheint ein Paradies für Kinder zu sein. Christine Müller wohnt hier. Mit großem Engagement betreut sie als Tagesmutter Kinder. „Mir macht diese Arbeit riesigen Spaß“, sagt sie. Angesichts der stetig sinkenden Zahl an Kindertagespflegeplätzen sieht sie allerdings auch, dass „die Bedingungen drumherum nicht gerade rosig sind“.

„Ich betreue zurzeit nur vormittags Kinder“, sagt Christine Müller, die bereits seit mehreren Jahren in der Tagespflege aktiv ist. Reich wird sie damit nicht, sagt sie, aber ihr Mann arbeite ja im festen Job.

Die Tagesmutter zählt auf, wo ihrer Meinung nach Verbesserungsbedarf besteht: Danach ist bei Erkrankung von Kinder-Tagesmüttern der Landkreis für eine Vertretung zuständig. „Doch eine verlässliche Regelung gibt es nicht, und somit auch keine Sicherheit für Eltern“, kritisiert sie. Hinzu kommt, dass der Landkreis im Vertretungsfall 15 Urlaubs- und fünf Krankentage erstattet. „Wer länger erkrankt, muss selbst für Ersatz sorgen“, weiß sie. Eine „ungünstige Regelung“ sieht sie zudem darin, dass der Landkreis für die Bezahlung der Tagesmütter zuständig ist und die Samtgemeinde für die Betreuungsplätze. Weiterhin hebt sie als Tagesmutter hervor, dass Fortbildungen Pflicht sind. „Sie werden aber vorrangig am Wochenende und abends angeboten – also in unserer Freizeit.“ Gab es früher 34, sind es laut Christine Müller jetzt nur noch 19 Plätze in der Samtgemeinde, an denen Kindertagespflege angeboten wird. Änderungen sind offenbar erforderlich, damit diese Zahl nicht noch weiter sinkt.

Von Hilke Kottlick

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