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Kicker-Team macht sich stark für jungen Asylbewerber

Meinersen Kicker-Team macht sich stark für jungen Asylbewerber

Meinersen. Alle Spieler einer Fußballmannschaft machen sich stark für einen Asylbewerber aus Montenegro. Der 16-jährige Flüchtling musste am 8. Juni überraschend Meinersen verlassen und in sein Heimatland zurückkehren. Jetzt hoffen die Meinerser Sportler um Jugendleiter Mark Voiges darauf, dass Achmed wiederkommen darf. Seine Reisekosten könnten laut Voiges über ein Fußballturnier eingespielt werden. Auch für den künftigen Aufenthalt ist gesorgt: „Eine Meinerser Familie hat sich bereit erklärt, den Jungen aufzunehmen“, sagt der Jugendleiter.

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Seit September in Meinersen: Der Junge aus Montenegro lebte mit seiner Mutter und Schwester im Flüchtlingswohnheim.

Quelle: Hilke Kottlick

Achmed wohnte laut Voiges im Flüchtlingswohnheim. Nachmittags kickte er bei der SV Meinersen-Ahnsen-Päse (MAP). Schnell überzeugte Achmed sowohl Trainer als auch Mitspieler. „Er passt einfach in die Mannschaft“, sagt Voiges. Und wenn Mutter und Schwester auch nach Montenegro zurückkehren wollten, so wusste Voiges auch: „Achmed wollte nicht weg.“ Der Junge hoffte darauf, bleiben zu können, „zumal offenbar sein Pass bei den Behörden nicht aufzufinden war“.

Der Schreck folgte kurz darauf: „Mein Sohn, der ebenfalls in der Mannschaft spielt, rief mich an und sagte: ‚Achmed wird morgen ausgewiesen‘“, blickt Voiges zurück. Jetzt war Tempo angesagt. Der Jugendleiter suchte umgehend die Meinerser Pastorin Julia Flanz auf. Davon erfuhr die Mannschaft und die Spieler zeigten sofort Solidarität: „Erst kamen drei Spieler dazu, dann weitere 15“, blickt Voiges zurück. Die Pastorin konnte Voiges zufolge Achmed kein Kirchenasyl geben, zumal Montenegro als sicheres Herkunftsland gilt. Aber sie half mit Ansprechpartnern in der Diakonie in Gifhorn. Doch der Junge musste am nächsten Tag mit Mutter und Schwester Meinersen verlassen. „Bis es soweit war, blieben drei Spieler bei ihm - bis morgens um fünf Uhr“, sagt der Jugendleiter.

Er macht sich jetzt stark für die Rückkehr des Jungen. Im Gespräch mit einem Diakonie-Vertreter fand sich ein Hoffnungsschimmer. Details hofft Voiges mit dem Landkreis klären zu können. Gibt es dort grünes Licht, „müssen wir für Achmed einen Ausbildungsplatz finden“, weiß der Jugendleiter. Einige Hürden sind noch zu nehmen, fest steht laut Voiges: „Die Meinerser Familie, die im Vorfeld sogar an eine Adoption des Jungen gedacht hat, ist bereit, ihn bei sich aufzunehmen.“ Auch die Meinerser SV-Kameraden zeigen Solidarität: Mit einem Turnier für die Reisekosten will die Mannschaft der SV MAP sorgen, in deren Reihen Voges zufolge auch Spieler aus Albanien, Mazedonien, Somalia und Afghanistan trainieren. Es ist eine bunt gemischte Truppe, die gezeigt hat, dass sie für einander einsteht und deren Trainer das Engagement der Kicker für ihren ausgewiesenen Mitspieler maßgeblich fördert, wie es Voiges immer wieder betont.hik

Achmed P. lebte seit November mit Mutter und Schwester im Meinerser Flüchtlingswohnheim. Der 16-Jährige fand schnell Kontakte im Ort und er lernte gut. So wechselte er laut Mark Voiges binnen kürzester Zeit von der Sprachlernklasse in die reguläre Hauptschule. Nachmittags nahm er am Training der B-Jugend der SV Meinersen-Ahnsen-Päse (MAP) teil. Achmed integrierte sich schnell. Er wäre am liebsten in Meinersen geblieben. Der 16-Jährige wollte nicht mit seiner Mutter und Schwester nach Montenegro zurückkehren. Spieler, Trainer und Jugendleiter der SV MAP hoffen jetzt darauf, dass er wiederkehren darf. Für die Reisekosten wollen sie ebenso sorgen wie für seinen Verbleib in Deutschland und einen späteren Ausbildungsplatz.

hik

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