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Integrationsforum: 250 Gäste sprechen über Flüchtlinge

Samtgemeinde Meinersen Integrationsforum: 250 Gäste sprechen über Flüchtlinge

Meinersen. „Wir schultern die Lage gemeinsam“, appellierte Samtgemeindebürgermeister Eckhard Montzka zum Abschluss des Integrationsforums im Meinerser Kulturzentum. Ziel der Veranstaltung war es, Ängste und Sorgen abzubauen. „Ein bisschen haben wir davon erreicht“, gab sich Montzka optimistisch.

Fragen und Antworten zum Flüchtlingsforum: Detlef Tanke (v.l.), Horst Schiesgeries, Bastian Till Nowak, Eckhard Montzka, Evelyn Wißmann, Michael Feistel und Sando Pietrantoni.

Quelle: Hilke Kottlick

150 Gäste hatten sich laut Lutz Hesse, Sozialkoordinator der Samtgemeinde Meinersen, angemeldet, weitere 100 Interessierte waren vor Ort. Ebenso die ehrenamtlichen Helfer aus dem Kreis der Integrationslotsen, der Fahrradwerkstatt, des Flüchtlingshilfevereins.

Moderiert vom freien Journalisten Bastian Till Nowak aus Gifhorn, ergriffen Experten das Wort. Dabei wies Erste Kreisrätin Evelin Wißmann ebenso wie Montzka darauf hin, dass die Lage derzeit entspannt sei. Trotzdem sei damit zu rechnen, dass Menschen auf neuen Fluchtrouten kommen werden. Um dafür gerüstet zu sein, „brauchen wir dringend Wohnraum“, appellierte sie.

„Zur Hochzeit hatten wir Menschen aus 29 Nationen im Aufnahmelager in Ehra-Lessien“, berichtete DRK-Vertreter Sandro Pietrantoni. Er nannte drei Dinge für gelungene Integration: „Sprache, Arbeit, keine Ghettoisierung“. Beim Thema Flüchtlinge arbeiten wir in Hannover interfraktionell“, sagten die Landtagsabgeordneten Horst Schiesgeries (CDU) und Detlef Tanke (SPD). Tanke verwies auf die Aufgabe des Bundes, mehr Mittel zu beschaffen.

Zum Thema Sicherheit ergriff Michael Feistel, Leiter der Polizeiinspektion Gifhorn, das Wort. Er versicherte, dass es „keinen Kriminalitätsanstieg gibt“. Im Internet kursierende Meldungen über Straftaten von Flüchtlingen „entbehren jeder Seriösität und sind eher dem rechten Bereich zuzuordnen“, sagte der Polizeichef.

Bürger haben viele Fragen zur Integration

Während des Integrationsforums wurden Fragen aus den Reihen der Besucher laut. Gerda Schulze-van-Dijk erkundigte sich nach Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Langeweile sei ein großes Thema, antwortete Montzka.

Jetzt sei es möglich, dass Flüchtlinge „gemeinnützig wirken können“, nannte er Einsatzmöglichkeiten im Schwimmbad oder am Bauhof.

Uwe Rinkel fragte nach Konzepten für Deutschkurse im Einzelunterricht, in großen Klassen oder dezentral. „Ich unterrichte dreimal wöchentlich im Asylbewerberheim“, antwortete Ellen Reck-Neumann, stellvertretende Vorsitzende des Flüchtlingshilfevereins. Sie unterrichtet in Frauenkursen und arbeitet mit Kindern.

„Kleine Kinder lernen am schnellsten“, appellierte Carsten Dürkop, die Quote in den Kitas für Flüchtlingskinder zu erhöhen. Montzka versicherte, es gebe für jedes Kind einen Kita-Platz. Sandro Pietrantoni antwortete auf die Frage nach der Unterbringung alleinstehender Kinder, dass sie aus Sicherheitsgründen in Ehra-Lessien separat und betreut untergebracht sind.

AZ-INFO: Zahlen und Fakten

Im Kreis Gifhorn sind zurzeit 1435 Flüchtlinge untergebracht, 500 davon stammen aus sicheren Herkunftsländern und sind ausreisepflichtig. In Ehra-Lessien leben momentan 54 Flüchtlinge.

In der Samtgemeinde Meinersen müssen laut Quote Schritt für Schritt 300 Flüchtlinge untergebracht werden. 35 Menschen leben dort bereits dezentral in Wohnungen, 18 weitere Flüchtlinge kommen in Kürze. Insgesamt bestehen Kapazitäten für etwa 177 Personen, dazu kommen 75 Plätze im Flüchtlingswohnheim.

Eine Datenbank beinhaltet 80 Personen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren als Lotsen, in der Fahrradwerkstatt, beim Verkehrssicherheitstraining, in der frühkindlichen Förderung oder mit Sprachunterricht.

Wer ebenfalls helfen möchte, kann sich melden unter lutz.hesse@sg-meinersen.de

hik

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