Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Meinersen „Was kann ich tun, wenn ich einem Wolf begegne?“
Gifhorn Meinersen „Was kann ich tun, wenn ich einem Wolf begegne?“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 23.11.2018
Informationsabend in Flettmar: Der Wolf im Spannungsfeld zwischen Mensch, Natur, Nutztierhaltung und Jagd.
Flettmar

„Rund 120 Zuhörer sind hier – wir wären schon froh gewesen, wenn nur 20 gekommen wären“, freute sich Rüdiger Baars über den Zuspruch. Der Kommunalpolitiker aus Flettmar hatte die Veranstaltung initiiert – „aus eigenem Interesse“. Baars übergab das Mikro an Florian Preusse. Der Biologielehrer am Gymnasium Meinersen und Vizevorsitzender im Nabu-Kreisverband begleitet die Rückkehr der Wölfe seit einer ersten Exkursion im Jahr 2002 in der Oberlausitz. „Mein Anliegen ist es, Aufklärungsarbeit für den Wolf zu leisten“, sagte Preusse. Er referierte zum Konfliktthema „Der Wolf im Spannungsfeld zwischen Mensch, Natur, Nutztierhaltung und Jagd“.

Wölfe nach wie vom Aussterben bedroht

Die Wolfspopulationen in Deutschland ist Preusse zufolge nach wie vor vom Aussterben bedroht. „Seit 1980 gehören sie zur streng geschützten Art,“, informierte er. Er nannte aktuelle Zahlen. Danach sind „nach 18 Jahren Wolf in Deutschland bundesweit 73 Rudel registriert, in Niedersachsen sind es 20 Rudel sowie zwei Wolfspaare und einer steht unter Beobachtung“.

Es ist möglich, zu jeder Zeit auf einen Wolf zu treffen

Laut Preusse ist es möglich, „zu jeder Zeit auf einen Wolf zu treffen“. Der Biologe berichtete über die Reviere, die „200 bis 300 Quadradkilometer groß sind und über mögliche Gefahren. „Von einem gesunden Wolf geht in der Regel keine Gefahr für Menschen aus“, so Preusse. Für den Fall einer Begegnung riet er, „nicht weglaufen, sondern laut werden, rufen, mit Steinen werfen“. Stark machte er sich für Weidetierhalter. Nach Wolfsangriffen auf Schafe oder Ziegen „brauchen Direktbetroffene Unterstützung“, pochte Preusse auf „100-protzentige Erstattung auch für Präventionsmaßnahmen“. Er plädierte für die Co-Existenz mit dem Wolf, genauso aber auch für das „zeitnahe Töten auffälliger Tiere“.

Land setzt auf Monitoring

In Sachen Wolf setzt das Land auf ein „vernünftiges Monitoring und Management“, so im Anschluss Tobias Heilmann. Der Landtagsabgeordnete fügte an: „Wir können uns durchaus vorstellen, mit dem Wolf zusammen zu leben, aber die Sicherheit der Menschen geht vor.“

Zuschauer stellen Fragen

Nach dem Vortag von Florian Preusse (Text links) konnten die Zuhörer Fragen stellen. „Wie schütze ich meinen Jagdhund vor Angriffen?“, hieß es . Carlo Laser, Wolfsberater im Kreis Gifhorn, riet, „keine leise-, sondern laut-treibenden Jagdhunde einsetzen“. Konflikte gebe es nur bei territorialen Wölfen – also bei etablierten Rudeln – und nicht bei einzeln durchziehenden Tieren.

Gefahren durch Hybriden?

Weiter wurde nach Gefahren durch Wolfs-Hybriden gefragt – Mischlingen aus Wolf und Hund. „Es gab in Sachsen und Brandenburg Hybriden“, so Laser. Er plädierte dafür, „sie rigoros abzuschießen“. „Wer haftet bei einem Unfall mit einem Wolf?“, so weiterhin: „Die Versicherung, es ist ein Wildunfall“, so die Antwort. Gefragt wurde auch nach der Gefahr für Hunde. „Geht der Hund an der Leine, ist er für den Wolf uninteressant. Die Scheu vor Menschen ist so groß, dass der Wolf abhaut“, so Laser.

Angst vor der Wolfsbegegnung

Eine Frau erklärte, dass sie Angst habe, im Wald einen Wolf zu treffen. „Ich kann ihnen die Angst nicht nehmen, ihnen aber versichern, dass der Mensch nicht auf dem Speisezettel des Wolfs steht“, so Laser. „Begegnen sie einem Wolf, schmeißen sie etwas nach ihm“, riet er. „Woran erkenne ich, ob mich ein Wolf verfolgt?“, hieß es. „Ein Wolf trägt die Rute nach unten hängend“, erklärte Laser und verwies schmunzelnd auf die gelben Wolfsaugen: „Aber wenn sie die erkennen, sind sie zu nah dran.“

Otmar Hauck, Jäger aus Flettmar, plädierte letztlich: Der Wolf ist wieder da – „wir sollten bereit sein, dem großen Beutegreifer wieder einen Platz zu geben“.

Von Hilke Kottlick

Bei einem Küchenbrand in Müden ist am Donnerstagabend ein Mann verletzt worden – er hatte die Flammen noch vor dem Eintreffen der Feuerwehren gelöscht.

23.11.2018

Ob das Parkchaos am Bahnhof Meinersen in Ohof endlich Schnee von gestern ist, wird sich zeigen. Fest steht, die Gemeinde Meinersen hat sich einmal mehr für den Bau weiterer Stellplätze stark gemacht und dort jetzt 64 neue Parkplätze eingeweiht.

22.11.2018

Die Gewinner freuten sich über Preise und Urkunden – vor allem aber über den stürmischen und lautstarken Beifall ihrer Mitschüler: Die Sieger des alljährlichen Lesewettbewerbs an der Grundschule Müden wurden am Mittwoch in der Aula im Rahmen eines Schulforums geehrt.

21.11.2018