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Urenkelin übersetzt Hebammen-Aufzeichnungen

Wasbüttel Urenkelin übersetzt Hebammen-Aufzeichnungen

Wasbüttel. Das ist nicht nur ein Familienschatz, das ist Kulturgut: Anna Westedt hat 1907 während ihrer Ausbildung im Hebammen-Lehrinstitut Braunschweig 15 Geburten minutiös in einer Kladde dokumentiert.

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Die Kunst der Hebammen: Mit der Übersetzung der Kladde ihrer Urgroßmutter Anna Westedt aus dem Jahr 1907 möchte Kathrin Kusch eine Lobby für Hebammen verstärken, damit auch ihre Tochter Julia (9) später noch deren Dienste in Anspruch nehmen kann.

Quelle: Christina Rudert

Ihre Urenkelin, die Wasbüttelerin Kathrin Kusch, hat die gut 100 Seiten aus der Sütterlin-Schrift in die heutige Schrift übertragen und mehrfach daraus gelesen, zuletzt vor 100 Hebammen beim „1. Symposium zur traditionellen Hebammen-Kunst“ in Aachen.

Kathrin Kusch hat in der Alten Schule in Wasbüttel Sütterlin lesen und schreiben gelernt. „Als ich es konnte, hat mein Vater mir die Kladde geschenkt“, erinnert sie sich. Das war vor sechs Jahren. Sobald die Kinder abends im Bett waren, setzte sie sich hin und kämpfte sich durch die Aufzeichnungen. „Darin ist alles aufgeschrieben: Wann das Kind sich zum ersten Mal bewegt hat, die wievielte Geburt der Mutter das ist, wie die Geburt ablief“, war die 45-Jährige fasziniert.

„Als ich einer Freundin davon erzählte, war die ganz begeistert und meinte, ich dürfe das nicht in einer Schublade verschwinden lassen.“ Kathrin Kusch las also bei verschiedenen Veranstaltungen von und mit Hebammen aus der Kladde ihrer Uroma. „Ich erkundige mich vorher, ob Schwangere dabei sind, denn manche Schilderungen gehen ganz schön an die Nieren.“

Auch den alten Koffer der Bergfelder Hebamme Anna Westedt gibt es noch, ebenso zwei Lehrbücher. „In Aachen bei dem Symposium hat mir eine Hebamme erzählt, dass sie eine ganze Menge Geld für diese Bücher ausgeben musste“, berichtet die Wasbüttelerin. Das hat sie noch mal in ihrer Überzeugung bestärkt: „Was ich hier habe, ist Kulturgeschichte.“ Und wenn sie durch eine Veröffentlichung dieser Kladde einen Beitrag leisten könnte, Hebammen zu unterstützen, würde sie das sehr freuen. Denn sie hofft, „dass auch meine zwölf- und neunjährigen Töchter Nina und Julia später noch in den Genuss einer guten Hebammenbetreuung kommen“.

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