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Isenbüttel Tempelritter leben und fördern Menschlichkeit
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19:00 09.01.2018
Mit Ordensmantel, Schwert und Bibel: Frère Manfred Johannes Unger gehört den Tempelherren von Jerusalem an. Quelle: Christina Rudert
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Wasbüttel

Wer den Tempelritter Frère Manfred Johannes besucht, betritt ein normales Einfamilienhaus. Graue Hose, schwarzer Blazer mit Goldknöpfen, ein Wappen auf der silbernen Krawatte eingestickt, ein kleines Wappen am Revers, ein größeres Emblem am Blazer: Manfred Johannes Unger ist keineswegs gekleidet wie ein Ritter. Er geht einem normalen Beruf nach, führt ein normales Familienleben. Was also macht seinen Ritterstand aus, mal abgesehen von der eher scherzhaft gemeinten gut kniehohen Ritterrüstung am Hauseingang?

„Eine spirituelle Gemeinschaft unter Wahrung der Tradition“

Als „spirituelle Gemeinschaft“ bezeichnet der Wasbütteler, der seit vorigem Jahr als Komtur dem Ordenshaus in Norddeutschland vorsteht, den Historischen Ritterorden der Tempelherren von Jerusalem. Nach Postulat und Noviziat hat er sich dem Orden mit Ritterschlag und Investitur, der Einkleidung mit dem Ordensmantel, 2010 verbindlich und per Gelöbnis – „und zwar vor Gott, nicht vor den Menschen“ – angeschlossen. „Eine spirituelle Gemeinschaft unter Wahrung der Tradition, wobei der Orden natürlich heute andere Aufgaben hat als zur Zeit seiner Gründung vor 900 Jahren.“

Als Aufgaben definiert Frère Manfred Johannes zum Beispiel den Einsatz im sozialen Bereich, „es geht darum, die Menschlichkeit zu fördern und zu leben“. So sei es „unsere Christenpflicht, Flüchtlingen zu helfen“. Sorgten die Tempelritter im Mittelalter für die Sicherheit von Pilgern auf deren Wallfahrt, „so begleiten wir heute eher im übertragenen Sinne Menschen auf ihrer inneren, spirituellen Reise“.

Trotz aller Transparenz – die Tempelritter haben auch ein Geheimnis

Wer Tempelritter werden will, muss getauft sein, also einer christlichen Konfession angehören – welche, spielt keine Rolle. „Wir sind keiner Kirche zugeordnet, sondern ökumenisch ausgerichtet und ausdrücklich keine Sekte“, betont der Wasbütteler. Eher akzeptiert er die Definition einer im ursprünglichen Sinne esoterischen Spiritualität, einer philosophischen Lehre, die nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich ist. Denn bei den Tempelrittern gibt es trotz aller Transparenz auch ein inneres Geheimnis, das Kapitel-Geheimnis. „Man muss manchmal auch schweigen können.“ Ebenfalls ein Geheimnis bleibt die Zahl der Mitglieder.

„Wir arbeiten daran, mehr zu werden“, sagt Frère Manfred Johannes und geht für das Foto voran in den Garten. Der ist als Rosette angelegt – vier Himmelsrichtungen, vier Jahreszeiten, vier Tageszeiten, vier Elemente, eines der Symbole der Tempelritter. Am Rand stehen eine kleine Kapelle und ein Backofen – Unger ist unter anderem gelernter Bäckermeister. „Bei jedem Kapitel – so heißt die Zusammenkunft der Ritter – teilen wir Brot und Wein“ – mit selbstgebackenem Brot. Sie waren Ritter, und sie waren Mönche: „Die Tempelritter waren immer eine Symbiose beider Stände“, sagt Manfred Johannes Unger. Der Wasbütteler leitet als Komtur das Ordenshaus Sankt Marien zu Braunschweig. In diesem Jahr feiert der in 68 Ländern aktive Historische Ritterorden der Tempelherren von Jerusalem sein 900-jähriges Bestehen.

Das Siegel der Tempelritter Quelle: privat

Nach dem ersten Kreuzzug gründeten 1118 die Ritter Hugo von Payns und Gottfried von Saint-Omer den Orden. Wie es auf der Homepage des Historischen Ritterordens heißt, sollten die Templer die Pilger vor den Gefahren durch Räuber und Wegelagerer schützen. Der einflussreiche Abt Bernhard von Clairvaux unterstützte den Orden, der 1139 per päpstlichem Erlass die Unabhängigkeit von weltlicher und kirchlicher Autorität erhielt und direkt dem Papst unterstellt wurde.

Im 14. Jahrhundert wurden die Ritter der Ketzerei bezichtigt

1307 endete die Geschichte des wirtschaftlich und politisch ausgesprochen einflussreichen Ordens abrupt. König Philipp IV. setzte Papst Clemens V. massiv unter Druck, den Orden aufzulösen. Die Ritter wurden der Ketzerei und homosexueller Handlungen bezichtigt und in einer konzertierten Aktion verhaftet. Im Internet-Lexikon Wikipedia heißt es dazu: „Eine reale Grundlage für den Templerprozess war aus heutiger Sicht nicht gegeben.“ 54 Templer wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

„1705 gingen die Templer in Frankreich wieder an die Öffentlichkeit“, berichtet Unger, „seither ist die Sukzession, die Amtsfolge der Großmeister bis heute durchgängig nachweisbar.“ Wie er auf seiner Homepage www.ordre-du-temple.de schildert, wurden am 11. April 1705 im Schloss von Versailles die neuen Ordens-Statuten als nicht militärische Hilfsorganisation verabschiedet. Gerüchte, dass die Templer und die Freimaurer zusammenhängen, weist Unger zurück: „Da ist nichts dran.“ Bis heute gebe es keine Rehabilitation des Ordens durch den Vatikan, wie er bedauernd feststellt.

Von Christina Rudert

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