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Isenbüttel Müller kamen gleich nach dem Graf und vor dem Pastor
Gifhorn Isenbüttel Müller kamen gleich nach dem Graf und vor dem Pastor
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00:40 15.11.2014
Lokalgeschichte ergründet: Wasbüttels ehemaliger Bürgermeister Heino Fründt berichtete in der Alten Schule von einstigen Mühlen im Dorf. Quelle: Ron Niebuhr
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„In Rom und bei den Lappen, da späht man jeden Winkel aus. Dieweil im eigenen Vaterhaus wir wie die Blinden tappen“, hat der deutsche Dichter Karl Simrock einst gesagt. Weil es Wasbüttel nicht so ergehen soll, brachte Heino Fründt mal wieder etwas Licht ins Dunkel.

Diesmal widmete sich der Hobby-Historiker den Mühlen im Dorf: der Windmühle, die früher nahe des Wäldchens zwischen Wasbüttel und Ohnhorst stand, und der ebenfalls aus dem Ortsbild verschwundenen Wassermühle an der Masch. Mühlen waren früher enorm wichtig: „Kartoffeln und Reis gab es noch nicht. Getreide war der Sattmacher Nummer eins“, sagte Fründt. Und Getreide mit Muskelkraft zu mahlen, war zu anstrengend. Müller genossen hohes Ansehen. „Sie kamen gleich nach dem Graf und noch vorm Pastor“, sagte Fründt.

Die Wasbütteler Bockwindmühle ist um 1880 errichtet worden. Der Standort war ideal: „Auf dem höchsten Punkt, nur bei Wind aus Nordwest war der Wald im Weg“, sagte Fründt. 1931 ist die Mühle bei einem Sturm umgestürzt, ab 1932 wurde das Getreide mit einer Dieselmotormühle gemahlen. Um 1967 ging das Innenleben ans Gifhorner Mühlenmuseum, das Gebäude steht aber noch.

Die Wassermühle ist schon 1485 erwähnt worden. Angetrieben wurde sie mit Wasser aus der Hehlenriede. „Die Mühle war später ein beliebtes Fotomotiv. Leider sind nur wenige Aufnahmen erhalten“, sagte Fründt. Als Quellen nutzte der Hobby-Historiker alte Kauf- und Ablöseverträge, Arbeitszeugnisse und Quittungsbücher. „1905 ist die Antriebswelle gebrochen. Seitdem stand die Mühle still“, berichtete er. Später wurde sie abgerissen.

Marlena Stumpf-Hotop rundete den Vortrag des ehemaligen Wasbütteler Bürgermeisters Heino Fründt mit historischen Mühlengedichten ab.

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