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Isenbüttel Lebensretter trainieren für den Ernstfall
Gifhorn Isenbüttel Lebensretter trainieren für den Ernstfall
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00:17 29.07.2017
Jeder Handgriff wird durchgespielt: Zwei Wasserretter üben die Rettung eines Ertrinkenden aus dem Tankumsee. Quelle: Christina Rudert
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Isenbüttel

Im Wasser ist es wärmer als draußen. Ein paar Grad jedenfalls. Der stellvertretende Wachführer Tobias Tretschok, der die Zeiten messen soll, steht eingemummelt in seine Regenjacke am Ufer des Tankumsees. Sieben Wasserretter der DLRG-Ortsgruppe Hankensbüttel bibbern in Badebekleidung neben ihm. Von oben sind sie schon nass. Gleich geht’s los: „Run-Swim-Run mit anschließender Rettungs-Kombi“ lautet das Kommando von Wachführerin Sabrina Grunert.

Eine Woche lang sind 15 Wasserretter und sieben Praktikanten aus Hankensbüttel für die Sicherheit der Badegäste am Tankumsee zuständig. Badegäste? Bei dem Dauerregen Fehlanzeige. „Dann haben wir mehr Zeit für Sport und Training – und für die Ausbildung unseres Nachwuchses“, sagt Sabrina Grunert. Knotenkunde kann man wunderbar im Aufenthaltsraum machen. „Aber wir legen auch mal einen Kino-Besuch oder einen Besuch im Badeland ein.“ Schließlich sind die ehrenamtlichen Wasserretter in dieser Woche rund um die Uhr am See.

Der Konditionstest muss alle zwei Jahre wiederholt werden

Zum Training gehört Run-Swim-Run: 100 Meter Laufen, 200 Meter Schwimmen, 100 Meter Laufen, dann nach einem simulierenden Ertrinkenden tauchen, ihn an Land ziehen und an einem Dummy die Herz-Lungen-Wiederbelebung ausüben. In sieben Minuten. „Das ist ein Konditionstest, der mindestens alle zwei Jahre wiederholt werden muss“, erklärt Anna Richter, für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Jetzt ist allen warm. Die Praktikanten, alle zwölf, 13 Jahre jung, haben vorher mit den Rettungsboards im See trainiert. „Wenn wir sie ausbilden, aktualisieren wir auch unser Wissen wieder“, sagt Sabrina Grunert. Notfalls durch einen Blick in die Fachliteratur.

Wachdienst am Tankumsee: Die DLRG-Ortsgruppe Hankensbüttel passt diese Woche auf die Badegäste auf und trainiert. Quelle: Christina Rudert

Auch wenn der Wachturm bei Dauerregen nicht besetzt ist, hat der Diensthabende von der Station aus immer ein waches Auge auf Strand und Wasser inklusive Segelrevier. „Ein paar Tage war die Peiner Jugendfeuerwehr zum Zeltlager hier, die sind auch bei Regen schwimmen gegangen“, berichtet Tobias Tretschok. Sollte etwas passieren, sind die DLRG-Retter sofort einsatzbereit.

Nach dem Frühstück folgt die Flaggenparade

Besonders gefragt sind sie bei Großveranstaltungen wie dem Triathlon am Wochenende. „Da freuen wir uns drauf, dann ist hier Action“, lacht Anna Richter. „Sonst sind wir immer bei Sport am Tankumsee hier, aber an dem Wochenende feiert unsere Ortsgruppe 25. Jubiläum“, berichtet Bootsführer Christian Grunert auf der Spritztour mit Johanna Krummel, damit die AZ vom Wasser aus das Run-Swim-Run beobachten kann. Unterwegs ist auch ein Wasserretter mit dem Standup-Paddel. „Zur Eigensicherung“, erklärt Anna Richter. „Denn einen Krampf kann auch ein Rettungsschwimmer mal bekommen.“

25 Jahre DLRG-Ortsgruppe

25 Jahre ist die DLRG-Ortsgruppe Hankensbüttel alt. 210 Mitglieder gehören dazu, „mehr als 60 Prozent Kinder und Jugendliche“, berichtet Anna Richter, für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. In Hankensbüttel ist willkommen, wer mindestens das Seepferdchen hat. „Dann wird er bei uns weiter ausgebildet bis hin zum Rettungsschwimmabzeichen in Gold“, informiert Wachführerin Sabrina Grunert. Drei Tage pro Woche kann hat DLRG im Winter Trainingsmöglichkeiten, „und das wird gut genutzt“, freut sich Anna Richter.

Die DLRG Hankensbüttel ist Teil einer Organisation mit 36.000 Rettungsschwimmern deutschlandweit, weltweit hat sie 1,5 Millionen Mitglieder. „Damit sind wir die größte ehrenamtliche Wasserretunngsorganisation der Welt“, so Anna Richter.

Der Tagesablauf beim DLRG ist geregelt. Frühstück um 9 Uhr, um 10 Uhr folgt die Flaggenparade. „Dann beginnt unser Wachdienst, angezeigt dadurch, dass die Flaggen gehisst sind“, erklärt Wachführerin Sabrina Grunert. Bis mindestens 18 Uhr sind die Wasserretter im Einsatz, bei tollem Wetter und großer Besucherzahl auch länger. Wenn sie Feierabend machen, werden die Flaggen wieder eingeholt.

Neu ist am Tankumsee in diesem Jahr der kleine Wachturm direkt an der Verwaltung. „Wir haben festgestellt, dass es schwierig ist, diesen Bereich vom Turm aus im Blick zu behalten“, sagt Anna Richter, bei der DLRG Hankensbüttel für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Und hier sind die meisten Familien mit Kindern, wenn das Wetter gut ist.“ In Absprache mit der Tankumsee GmbH hat die DLRG das Material zur Verfügung bekommen und den Turm so gebaut, „dass er für uns optimal nutzbar ist“.

Von Christina Rudert

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