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La Réunion: Vollbütteler zeigt Mega-Feuerwerk

Französischer Nationalfeiertag La Réunion: Vollbütteler zeigt Mega-Feuerwerk

„Das ist kaum noch zu toppen“: Zum französischen Nationalfeiertag hatte der Vollbütteler Pyrotechniker Markus Merz auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean ein spektakuläres Feuerwerk mit 1600 Effekten vorbereitet. Doch dann ankerte ausgerechnet am großen Tag ein Segelschiff im Sicherheitsbereich.

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Gigantische Ausmaße: Markus Merz hat ein Feuerwerk auf La Réunion geschossen.
 

Quelle: privat

Vollbüttel.  „Das ist mir quasi vor die Füße gefallen“, beantwortet Markus Merz die Frage, wie man als Pyrotechniker aus Vollbüttel dazu kommt, anlässlich des französischen Nationalfeiertags ein 18-minütiges Musik-Feuerwerk mit 1600 Einzeleffekten auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean zu zünden. Was fast noch mit einem unfreiwilligen Schiffeversenken begonnen hätte.

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„Das lässt sich kaum noch toppen“: Voller Begeisterung berichtet der Vollbütteler Markus Merz von seinem Feuerwerk auf La Réunion. „Dass ich das machen durfte, war ein großes Glück. Das Angebot ist mir vor die Füße gefallen“, sagt er und erzählt von diesen so ganz besonderen Tagen auf der Tropeninsel. 18 Minuten dauerte sein Musik-Feuerwerk mit 1600 verschiedenen Effekten.

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Das Gespräch mit dem entscheidenden Menschen hatte ganz harmlos mit Fachsimpelei über das Zündsystem Cobra begonnen. „Dem hatten meine bisherigen Choreografien gefallen, und dann hat er gefragt, ob ich nicht eine Show mit Cobra schießen will. Auf La Réunion“, erinnert sich Merz an den Start der Geschichte, die ihn auf die französische Vulkaninsel 700 Kilometer östlich von Madagaskar bringen sollte. Nach dem Okay der Familie begann Merz, die Show zu schreiben. „Aber geglaubt, dass ich da runter fliege, habe ich erst, als die Flugtickets im Briefkasten steckten.“

Ein erholsamer Trip wurde das nicht. Nach 19 Reisestunden bis Saint-Paul gab’s das erste Vorgespräch, am nächsten Morgen ging die Arbeit richtig los. „Das war schon ein sehr tougher Zeitplan“, lacht Merz. Die nächste Herausforderung war die Location: Das Feuerwerk sollte von einem etwa 400 Meter langen, wenige Meter breiten Pier abgeschossen werden. „Klar habe ich mir das vorher bei Google-Street-View angesehen, aber so richtig kann man das erst vor Ort einschätzen.“

Auch die Verständigung erwies sich als Herausforderung: „Dort wird Französisch gesprochen, das kann ich nicht“, berichtet Merz. Zehn bis 20 Leute – „mal mehr, mal weniger“ – halfen ihm zwei Tage beim Umsetzen des 150 DIN A4-Seiten dicken Aufbauplans.

Ein Segelschiff im Sicherheitsbereich verzögert das Feuerwerk

Dann war der große Tag da, mehr als 20.000 Menschen säumten das Ufer und warteten, aber es passierte nichts: „Ein Segler ankerte innerhalb des Sicherheitsbereichs.“ Heute kann Merz darüber lachen. „An dem Abend standen mir die Schweißperlen auf der Stirn, das Publikum hat schon gepfiffen und gebuht.“ Der Kapitän reagierte auf gar nichts. „Wir hätten womöglich das Schiff versenkt, wenn wir trotzdem geschossen hätten.“ Erst die Polizei schaffte es per Funk, den Segler aus dem Gefahrenbereich zu manövrieren. „So bin ich auf La Réunion in der Zeitung gelandet.“

Und dann die 18 Minuten, wegen denen Merz den ganzen Aufwand betrieben hatte. „Das war schon ziemlich fulminant“, sagt er selber. Als er trotz des Meeresrauschens den Applaus vom Strand hörte, wusste er, dass sein Ziel erreicht war: „Ein Feuerwerk muss Emotionen wecken.“

Statt ein paar Tage Urlaub dranzuhängen, trat Merz am nächsten Tag die Heimreise an. Aber von wegen Ende gut alles gut: Schon beim ersten Umsteigen auf Mauritius kam der Koffer abhanden, den er sich von seiner Tochter geliehen hatte und der – abgesehen von den Souvenirs für die Familie – einiges an Pyrotechniker-Ausstattung beinhaltete. „Das war durchaus auch ein materieller Wert.“ Zehn Tage nach Merz kam der Koffer an.

Götterdämmerung bei Osnabrück: Feuerwerk erwies sich als wasserfest

Fast überstrahlt das Feuerwerk auf La Réunion alles andere, der Vollbütteler Pyrotechniker Markus Merz sagt selber: „Das geht kaum noch zu toppen.“ Und trotzdem war die Götterdämmerung in Bohmte bei Osnabrück, die Merz mit seiner Firma PyroStern mit veranstaltet hat (AZ berichtete exklusiv), etwas ebenso Besonderes für ihn. „Wir haben in zweieinhalb Minuten an 300 Zündpunkten je drei bis vier Effekte verschossen, das war eine richtig große Sache – das war echte Kunst.“

Dass die Zündquote an diesem Abend bei 100 Prozent lag, war einem glücklichen Zufall zu verdanken, wie Merz berichtet. „Das Wetter war an dem Tag eine echte Herausforderung. Wir hatten alle WetterApps, Wetterradar und alles mögliche im Blick, weil Gewitter und Regen angekündigt war.“ Das PyroStern-Team verpackte sämtliche Zündpunkte mit einer Regensicherung.

Am Abend war dann traumhaftes Wetter auf dem Golfplatz in Bohmte. Und doch hat die Regensicherung alles gerettet: „Auf Golfplätzen gibt es Beregnungsanlagen. Eine davon hat mit 30 Minuten Dauerregen das Feuerwerk berieselt, ehe der Gärtner vor Ort war, um die Anlage auszuschalten“, muss Merz im Nachhinein lachen.

Wie die Zukunft von PyroStern aussieht, lässt Merz auf sich zukommen. „Es gibt schon ein paar Vorgespräche für einen Folgeauftrag auf La Réunion. Dann verbinde ich das aber mit einem Urlaub mit der ganzen Familie.“

Von Christina Rudert

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