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Kabaddi: Mix aus Strategie und schnellem Kampfsport

Isenbüttel Kabaddi: Mix aus Strategie und schnellem Kampfsport

Kabaddi klingt exotisch, ist es auch - Hashim Ali Muhammad Anwar lädt ein, den Mannschaftssport aus dem südostasiatischen Raum kennen zu lernen. Er stellt sie beim von der AZ präsentierten Sport am Tankumsee am Sonntag, 14. August, vor. Noch sucht der Flüchtling aus Pakistan Mitspieler für sein Team.

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Kabaddi: Die Kampfphase dauert nur 30 Sekunden - dabei zählen Kraft und Schnelligkeit.

Quelle: Christina Rudert

„Kabaddi ist in Pakistan so populär wie Fußball in Deutschland“, sagt Hashim, der in seiner früheren Heimat im Schul- und später im College-Team erfolgreich Kabaddi gespielt hat. „Zehntausende schauen zu, die Stadien sind voll. Auch in Europa wird es schon gespielt, in Dänemark, in Italien gibt es Teams.“ Und überall spielen auch Frauen-Mannschaften. Nur Deutschland hat noch etwas Nachholbedarf. „In Frankfurt gibt es ein Team“, weiß der 20-Jährige. Statt diese Mannschaft zu Sport am Tankumsee einzuladen - „das kostet zu viel Zeit und Geld“, sagt Tim Busch, Leiter des Gifhorner Integrations-Projekts (GIP) -, stellt Hashim selbst ein Team auf die Beine. „Dafür trainieren wir immer dienstags ab 20 Uhr, und wer mitmachen will, kann kommen.“ Zu finden sind die sechs Pakistani mit Lars Steinkamp vom Freizeit- und Bildungszentrum (FBZ) Grille auf der kleinen Wiese hinter der Flüchtlingsunterkunft auf dem BGS-Gelände. Oder dort auf dem Sportplatz.

Hashim hofft, dass seine Begeisterung überspringt. „Es wäre toll, hier ein Team aufzubauen.“ Die Chance, durch Sport am Tankumsee diesem Ziel etwas näher zu kommen, will er bestmöglich nutzen.

Die Grundregeln:

Kabaddi ist ein Mannschaftsspiel mit zwei gegnerischen Teams à jeweils sieben Spieler. „In Pakistan spielt man den Circle-Style“, sagt Hashim Ali Muhammad Anwar, der 20-jährige Flüchtling, der jetzt in der Unterkunft im früheren BGS-Areal lebt. Circle-Style wegen des kreisrunden Spielfelds mit 17 Meter Durchmesser. Start ist an der Mittellinie. Eine Mannschaft stellt den Raider (Räuber), die andere eine Viererkette aus Stoppern, die sich an den Armen gefasst halten. Der Schiedsrichter gibt das Startsignal, die Uhr läuft. Der Raider tänzelt den Stoppern entgegen, sucht Blickkontakt, überlegt, welches Glied der Kette am schwächsten ist – denjenigen packt er an (Touch). So weit der eher strategische Teil des Spiels. Dann muss der Stopper, der berührt wurde, den Raider an der Flucht in die eigene Spielfeldhälfte hindern. „Dabei darf er Hände, Arme, Beine und Füße einsetzen, nur nicht treten oder schlagen“, erklärt Hashim. Harter Körperkontakt ist erlaubt, die Kämpfenden erinnern an Ringer, zimperlich darf man nicht sein. Diese Phase ist eher von Kraft und Schnelligkeit geprägt. Nach 30 Sekunden ist die Runde vorbei. Hat der Raider seine eigene Spielfeldhälfte erreicht, geht der Punkt an sein Team, sonst an die Mannschaft des Gegners. Nächste Runde, jetzt stellt die andere Mannschaft den Raider, der sich gegen die Viererkette des Gegners durchsetzen muss. Und wieder beendet der Schiedsrichter die Runde nach 30 Sekunden. Nach 40 Runden oder 40 Minuten ist das Spiel vorbei – die Entscheidung über den Modus trifft der Schiedsrichter zu Beginn der ersten Runde.

Die Geschichte des Flüchtlings Hashim

Seit einem Jahr ist Hashim Ali Muhammad Anwar in Deutschland. Aus Pakistan führte sein Weg teilweise zu Fuß, teilweise mit dem Taxi, dann im Schiff über den Iran und den Irak in die Türkei und weiter nach Griechenland. Auch in Deutschland hat der 20-Jährige schon einige Stationen hinter sich: „Lüchow, Friedland, Camp Lessien, jetzt hier am BGS“, zählt er auf. In Pakistan schwebte Hashim in Lebensgefahr: Er war Augenzeuge einer Hinrichtung geworden, die er nicht hätte sehen dürfen. Seither musste er selber damit rechnen, ermordet zu werden. „Sonst hätte ich eine gute Zukunft in Pakistan haben können“, berichtet er von einer großen Landwirtschaft, die seiner Familie gehört. „Finanzielle Gründe haben mich nicht zur Flucht getrieben.“ In Lessien lernte er fünf andere junge Pakistani kennen, die Fünf leben jetzt in einer Wohnung auf dem ehemaligen BGS-Gelände. „Sie sind super organisiert“, berichtet Tim Busch, Leiter des Gifhorner Integrations-Projekts (GIP). „Besser als manche deutsche Wohngemeinschaft, sogar inklusive Putzplan.“ Jetzt sucht Hashim gemeinsam mit den anderen fünf Flüchtlingen sinnvolle Beschäftigung außerhalb des Deutsch-Kurses. „Sie haben beim Public Viewing geholfen, die Sicherheitszäune aufzustellen, sie haben nach einem Rasenmäher gefragt, um die Wiese hinter dem Haus zu pflegen“, freut sich Busch. Und Hashim, in Pakistan erfolgreicher Kabbadi-Spieler im Schul- und später im College-Team, arbeitet jetzt daran, hier eine Mannschaft aufzubauen. „Wäre toll, wenn das klappt“, sagt er.

tru

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