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Jetzt reicht‘s den Anwohnern mit den Rasern

Allenbüttel Jetzt reicht‘s den Anwohnern mit den Rasern

Allenbüttel. Sie werden angehupt, wenn sie auf ihre Grundstücke einbiegen. Fahren sie mit Tempo 50 durch ihr Dorf, werden sie wüst überholt. Die Anwohner der Langen Straße in Allenbüttel sind die Raser vor ihren Haustüren leid.

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Am liebsten Blitzer: Sandra Wirbel (v.r.) sowie Sabine und Rainer Liebrenz sagen den Rasern in Allenbüttels Ortsdurchfahrt den Kampf an.

Quelle: Christina Rudert

Allenbüttel. Trotz der geschlossenen Ortschaft verlockt die lange Gerade, die noch dazu nur einseitig bebaut ist, viele zum Gasgeben. Von einer Tempo-Messung hat Sabine Liebrenz gehört, „da waren Geschwindigkeiten zwischen 120 und 150 Stundenkilometer dabei“. Schon mancher Führerschein musste abgegeben werden, wenn die Polizei mal wieder blitzte. Zurzeit hat die Gemeinde eine Tempomesstafel aufgestellt. Sabine Liebrenz: „Einige scheinen sich einen Spaß daraus zu machen zu testen, wie viel sie anzeigen kann.“

Sie und ihr Mann Rainer berichten von einem Unfall am westlichen Ortseingang: Ein BMW war dort mit dem Heck zweimal gegen eine Grundstücksmauer geprallt. „Das war wenige Minuten, nachdem die Schulkinder weg waren“, schaudert es Sabine Liebrenz. „Nicht auszudenken, was hätte passieren können.“

Im Sommer parken die Anwohner hin und wieder ihre Autos an der Straße. „Dann gibt‘s hier Hupkonzerte“, berichtet Sandra Wirbel, „die Autofahrer werden richtig wütend.“ Nur Wirkung zeigt es leider nicht.

Ob Fahrbahnverschwenkungen oder Blitzer, „Hauptsache hier wird was gemacht“, sagt Liebrenz. Denn die Ortseingangstafeln reichen eben nicht: „Die Menschen halten sich nicht an Regeln. Das wird hier immer mehr zum Wilden Westen.“

Das sagt die Polizei dazu:

Allenbüttel. Der Unfall, von dem das Ehepaar Liebrenz berichtet, passierte am frühen Morgen, laut Polizeisprecher Thomas Reuter um 7 Uhr. „Ein 5er BMW Grand Tourismo, der aus Meine kam, war in der Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abgekommen“, schildert Reuter den Hergang. Unfallursache: „Überhöhte Geschwindigkeit.“ Nicht nur der nassen Fahrbahn nicht angepasst, sondern auch auf trockenen Straßen zu schnell für eine geschlossene Ortschaft. Der schwere Wagen prallte – vermutlich nach dem Gegenlenken – gegen eine Grundstücksmauer, die ebenso wie der dahinter stehende Holzzaun komplett zerstört wurde. Der 36-jährige Fahrer, der in Meine lebt, kam mit dem Schrecken davon. Den Schaden bezifferte Reuter auf 30.000 Euro. „Der Unfall ist damit noch glimpflich ausgegangen“, sagt der Polizeisprecher, der die Raserei in Allenbüttel bestätigt. „Deshalb messen wir dort auch öfter die Geschwindigkeiten.“ Gerade Ortskundige wie der Meiner, „der die Strecke vermutlich täglich fährt“, seien häufig zu schnell unterwegs. „Das ist eine gefährliche Strecke.“

tru

Das sagt der Bürgermeister dazu:

Allenbüttel. Die Raser kamen, als die Schlaglöcher gingen. Calberlahs Bürgermeister Jochen Gese erinnert sich noch an die Beschwerden über das Rumpeln der Lastwagen und die klirrenden Gläser im Schrank. Seitdem die Allenbütteler Ortsdurchfahrt vor gut drei Jahren saniert wurde, häufen sich die Beschwerden über Raser. „Ich verstehe die Bürger“, seufzt der Bürgermeister. Die Forderungen reichen von Tempo-50-Schildern bis hin zu einer Umgehungsstraße. „Aber da geht das Land auf keinen Fall mit“, weiß Gese. Das müsste die Umgehungsstraße bezahlen. Die Bitte, mehrere Messtafeln aufzustellen, hat Gese an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr weiter gegeben. Eine schriftliche Antwort liegt noch nicht vor, „aber mündlich wurde schon eine ablehnende Tendenz signalisiert“. Sobald die Post eintrudelt, will Gese mit dem Landkreis verhandeln. „Beschilderungen müsste der Kreis auch zustimmen.“ Auf alle Fälle will er Geschwindigkeiten messen lassen und die Zahlen als Argumentationshilfe auswerten. Die Option Fahrbahnverschwenkung gibt es zwar auch noch, die Kosten dafür müsste – nach Zustimmung durch Landkreis und Landesbehörde – allerdings die Gemeinde tragen. Gese rechnet mit bis zu 100.000 Euro für zwei Verschwenkungen. „Da ist die Frage, ob das verhältnismäßig ist.“

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