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Ein Luftballon für jedes vermisste Kind

Isenbüttel Ein Luftballon für jedes vermisste Kind

Isenbüttel. Es ist der Tag der vermissten Kinder: Mitten in Berlin, am Brandenburger Tor, will Heidi Stein aus Isenbüttel am Pfingstmontag, 25. Mai, auf das Schicksal ihres verschwundenen Sohnes Dirk aufmerksam machen.

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Tag der vermissten Kinder: Auf einer Stellwand zeigten Heidi Stein und Heinz Liegmann am Brandenburger Tor die Geschichte ihres 1979 verschwundenen Sohnes Dirk und das Medienecho.

Quelle: Christina Rudert

Isenbüttel. Ein besserer Standort geht kaum, um auf sich aufmerksam zu machen: Mitten in Berlin, am Brandenburger Tor, auf dem Pariser Platz stehen am Pfingstmontag, 25. Mai, die Isenbüttelerin Heidi Stein und ihr Mann Heinz Liegmann aus Anlass des Tags der vermissten Kinder.

Seit 1983 gibt es den Tag der vermissten Kinder am 25. Mai, seit acht Jahren sind Heidi Stein und Heinz Liegmann dabei, dieses Jahr zum dritten Mal an so zentraler Stelle in Berlin.

Und dieses Jahr zum ersten Mal nicht allein: Christian Geers, Gründer von Die Vermisstensuche aus Wittenberg, ist mit einem Infostand dabei, und der Musiker Rainer Garden tritt auf, unter anderem mit dem Titel „You raise me up“. „Er hat auch noch andere Musiker angesprochen“, sagt Heidi Stein. Als gemeinsamen Titel haben die Initiatoren „Für die geraubten und für tot erklärten und vermissten Kids der DDR“ gewählt.

Heidi Stein und Heinz Liegmann reisen mit großem Gepäck nach Berlin: Sie nehmen eine riesige Stellwand mit, auf der die Geschichte des 1979 verschwundenen Dirk und das Medienecho dargestellt ist. „Famila hat uns Luftballons, Süßigkeiten und kleine Geschenke für Kinder sowie Druckerpapier gespendet“, freut sich Heidi Stein über die Unterstützung. Und sie freut sich auf viele Gespräche: „Dort geht viel Publikum durch, viel internationales Publikum.“

Um Punkt 12 Uhr steigen in Berlin - so wie in vielen anderen Städten und Dörfern weltweit - Luftballons in den Himmel auf, an jedem von ihnen hängt ein Zettel mit dem Steckbrief eines vermissten Kindes. „Meine Freundin wird dieses Jahr zum ersten Mal direkt an der Höhle Heimkehle im Ostharz mit einem Stand stehen und Luftballons steigen lassen.“ Vor dieser Höhle verschwand damals der dreijährige Dirk.

Lesung im früheren "Jugendwerkhof"

Das Schicksal von Heidi Stein, die seit 1979 nach ihrem damals in der DDR spurlos verschwundenen Sohn Dirk Schiller sucht, ist kein Einzelfall. Aber nicht jeder traut sich, so öffentlich darüber zu sprechen wie die Isenbüttelerin, die 1988 gemeinsam mit Ines Veith sogar ein Buch über ihre Geschichte veröffentlicht hat: „Wo ist Dirk, Herr Honecker?“ Aus diesem Buch las sie jetzt in Torgau in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof. Der Geschlossene Jugendwerkhof war zu DDR-Zeiten ein Jugendheim zur Disziplinierung und Umerziehung von 14- bis 20-Jährigen. „Ein Gefängnis“, sagt Heidi Stein – was der Wikipedia-Eintrag über die Einrichtung bestätigt. „Das Publikum bestand überwiegend aus Opfern der Jugendwerkhöfe, die in einem Verein zusammengeschlossen sind.“ Sie habe wenig lesen müssen, nur aus dem ersten Kapitel, „danach ist ein intensives Gespräch entstanden.“ Nicht jeder aus der Gruppe von etwa 20 Leuten mochte vor allen etwas sagen, „ich habe von einigen die Telefonnummern bekommen mit der Bitte um ein Gespräch“.

tru

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