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Die Lebensretter vom Tankumsee

Isenbüttel Die Lebensretter vom Tankumsee

Isenbüttel. Richtiges Badewetter sieht anders aus als in den vergangenen Tagen. Ist der Strand leer, heißt das aber nicht, dass die Wachmannschaft der DLRG-Ortsgruppe Hankensbüttel-Wittingen am Tankumsee die Füße hoch legt: Sie trainiert, übt für den Ernstfall oder bildet Praktikanten aus.

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Elf Wasserretter, vier Praktikanten: Auch wenn am Strand nicht viel Betrieb ist, haben die DLRG-Mitglieder am Tankumsee ein volles Programm.

Quelle: Christina Rudert

Tankumsee. Bis Sonntag sind die Wasserretter aus dem Nordkreis noch für die Sicherheit am See im Einsatz - elf in der Woche, 15 am Wochenende. „Wer irgend kann, plant seinen Urlaub um diese Wachwoche herum“, sagt Anna Richter, für Öffentlichkeitsarbeit der Ortsgruppe zuständig.

Wachführerin Sabrina Grunert ist verantwortlich für die Mannschaft. „Wenn wir ankommen, absolvieren wir erstmal einen Fitnesstest - dann weiß ich, wer was kann.“ Bevor am Morgen der Wachdienst beginnt, haben sie einen Parcours mit Schwimmen und Laufen schon hinter sich, Sabrina Grunert mittendrin.

„So eine Wachwoche ist total vielseitig“, stellt Anna Richter fest: Viel Sport, viel frische Luft, aber auch Erste-Hilfe-Ausbildung, mal ein bisschen Bootskunde, ganz zu schweigen von den Abenden. „Wir haben weder Fernseher noch Internet, wir reden miteinander.“

In der Station muss jeder helfen, ob beim Klo-Putzen oder Tischdecken. „Das trainiert Sozialkompetenz und Teamfähigkeit“, lacht Anna Richter. Und ergänzt: „Dieses Gemeinschaftsgefühl zieht die Leute an. Wir sind befreundet miteinander, wir haben Spaß.“ „Deshalb sind die meisten seit vielen Jahren dabei“, sagt Sabrina Grunert. So wie sie: „Mit acht Jahren war ich hier bei einem Zeltlager.“ Mit 16 absolvierte sie die Ausbildung zum Wasserretter, mit 19 die zum Wachführer. „Seither bin ich jeden Sommer mindestens eine Woche hier“, sagt die 31-Jährige.

Morgens um 10 Uhr beflaggt die DLRG den Fahnenmast am Tankumsee, der Wachdienst beginnt. Offiziell ist um 18 Uhr Schluss. „Wenn noch viel los ist, verlängern wir aber“, sagt Wachführerin Sabrina Grunert. Im Stundenrhythmus hat sie die Dienste eingeteilt, die Wasserretter sind immer zu zweit unterwegs, im Boot, auf Fußstreife, im Turm. „Dort sitzt das Auge des Wachführers“, erklärt Anna Richter, bei der DLRG Hankensbüttel-Wittingen für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Treibt ein Schwimmflügel ohne Schwimmer im Wasser? Läuft irgendwo eine Menschengruppe zusammen? Zieht ein Gewitter auf? „Von dort ist auch das Revier der Segler und Surfer einsehbar. Das ist nicht unsere originäre Aufgabe, aber im Notfall helfen wir“, sagt Anna Richter. Am Strand ist eine Fußstreife unterwegs, bei viel Betrieb schickt Sabrina Grunert möglichst zwei Streifen los. Hier ist eine Schnittwunde zu verpflastern, da ein Kind von der Schaukel gefallen, dort vermisst eine Mutter ihre Zwillinge: „Das wird dann von der Station aus per Funk koordiniert, wer sich um was kümmert“, erklärt Anna Richter. Sabrina Grunert ergänzt: „Die Streifen arbeiten auch präventiv: Die Bootsbesatzung fragt bei dem Schlauchboot nach, das seit Stunden auf dem See dümpelt, ob alles okay ist. Oder wenn jemand einen krebsroten Rücken hat, raten wir ihm, in den Schatten zu gehen.“ In diesem Jahr hat die Tankumsee GmbH ein zweites Stand-Up-Paddling-Board gekauft. „Vorigen Sommer hatten wir eins zum Testen. Bei Veranstaltungen wie Drachenbootrennen oder Triathlon ist das gut. Mit dem Boot kommen wir dann wegen des Wellengangs nicht so dicht dran wie mit dem Board“, freut sich Sabrina Grunert. Und auch wenn die dramatischen Einsätze mit Todesfällen zum Glück die Ausnahme sind am Tankumsee, gibt es doch jeden Abend eine Reflektionsrunde, um den Tag noch mal Revue passieren zu lassen, Einsätze zu besprechen und zu optimieren.

tru

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