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Isenbüttel Gar nicht anrüchig: Die Geschichte des Geschäfts in 500 Exponaten
Gifhorn Isenbüttel Gar nicht anrüchig: Die Geschichte des Geschäfts in 500 Exponaten
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00:17 15.07.2018
Für das ganz kleine Geschäft: Elisabeth Hesse zeigt in ihrem Nachttopfmuseum in Wasbüttel einen Kinder-Toilettenstuhl. Quelle: Christina Rudert
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Wasbüttel

Inzwischen stinkt da gar nichts mehr, obwohl vom Bettschieber über den Kinder-Toilettenstuhl bis zum Luxus-Nachtgeschirr aus Meißener Porzellan und der Bettflasche aus Glas alles echt und tatsächlich mal im Einsatz war. „Aber manches könnte man locker als Blumenvase oder für Sangria nutzen“, zeigt Elisabeth Hesse auf einen wunderschön bemalten Krug, der zu einem älteren Waschgeschirr gehört. Und auch der hölzerne Nachtstuhl von Thonet mit der abgerundeten Sitzfläche und den geschwungenen Bugholz-Armlehnen würde sich an jedem Schreibtisch gut machen, „der ist sehr bequem“.

Sammelleidenschaft begann 1986

Angefangen hat die ungewöhnliche Sammelleidenschaft 1986, das weiß Elisabeth Hesse noch ganz genau. „Damals suchte ich einen Nachttopf für mein Gäste-WC, um darin die Ersatzrolle Klopapier aufzubewahren.“ Eine ganze Regalwand steht voll mit Nachttöpfen der Firma Villeroy und Boch, die bis heute im Sanitärbereich aktiv ist. Ein viereckiger Nachttopf gehört zu ihrer Sammlung, ein paar englische Nachttöpfe, „die besonders groß sind – keine Ahnung, ob die Engländer vielleicht einen breiteren Popo haben“.

Mittlerweile hat Elisabeth Hesse um die 500 Exponate rund um Nachttöpfe, Toiletten und ihre Nutzung. Klopapierhalter mit Spieluhr, eine Senfdose in Form eines auf dem Töpfchen sitzenden Buben, Salz- und Pfefferstreuer als Klo mit Nachttopf. Kein Wunder, dass in diesem Museum so viel gelacht wird, wie Elisabeth Hesse berichtet. „Es geht immer sehr fröhlich zu, wenn Besucher kommen.“

Suche auf Flohmärkten nicht mehr ergiebig

Mittlerweile sind die Regale voll mit Nachttöpfen in allen Größen und aus vielen Materialien. Die Suche auf Flohmärkten ist nicht mehr sehr ergiebig, „das habe ich alles schon, was es da so gibt“. Aber Elisabeth Hesse hält die Augen weiter offen. „Und für ein besonders schönes Exemplar findet sich immer noch ein Platz.“ Und das neuste Fundstück wird gerade zu einer Wanddeko aufbereitet: „Ein altes WC-Schloss, wo der Schriftzug ,besetzt’ oder ,frei’ auf Emaille steht.“

Lohnenswertes Ausflugsziel

Ob Schulklasse oder ein Bus voller Ausflügler, Elisabeth Hesse sind alle Gäste in ihrem Museum willkommen. Sie hatte schon eine Hochzeitsgesellschaft zu Gast, manchmal machen Radler auf ihrer Tour einen Zwischenstopp im Bartelskamp 10 in Wasbüttel, und auch für Familien hat sich das kuriose Keller-Museum schon so manches Mal als lohnenswertes Ausflugsziel erwiesen.

„Nett ist, wenn Schüler kommen“, berichtet die Sammlerin. Wenn die sich alles angesehen haben, bekommen sie nämlich ein bisschen Pippi zu trinken: „Apfelsaft aus den kleinen gläsernen Nachttöpfchen“, lacht Elisabeth Hesse. „Erst sind sie immer sehr skeptisch, aber dann amüsieren sie sich.“ Ältere Leute hingegen erinnern sich zum Teil noch an eigene Nachttöpfe oder an das Waschgeschirr ihrer Eltern und Großeltern.

Geschichten zu vielen Stücken

Etwas Panik hatte sie, als sich zum ersten Mal eine ganze Busladung ankündigte. „Die habe ich aber dann in einzelnen Gruppen durchs Museum geführt, die anderen waren derweil bei uns im Garten.“ Schon so manches Mal hat sie von vergnügten, dankbaren Gästen ein passendes Geschenk bekommen. „Zum Beispiel einmal einen original verpackten Bettschieber.“ Oder eine Postkarte, die jemand aus Fotos aus ihrem Museum erstellt hatte. Was sie den Besuchern erzählen soll, muss sie auch nicht mehr lange überlegen. „Jahreszahlen weiß ich nicht, die merkt sich ohnehin niemand. Aber ich kann von vielen Stücken Geschichten erzählen.“

Besucher müssen vorher anrufen

Wer das Nachttopf-Museum von Elisabeth Hesse Am Bartelskamp 10 in Wasbüttel besuchen möchte, muss nur vorher anrufen. „Wenn ich zuhause bin und es passt, können die Leute jederzeit kommen“, bietet die Sammlerin an. Erreichbar ist sie unter Tel. 05374-1407.

Von Christina Rudert

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