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Christel Schulz ist Integrationshelferin

Isenbüttel Christel Schulz ist Integrationshelferin

Isenbüttel. „Der Junge war so alt wie mein Enkel“, sagt Christel Schulz. Als die Isenbüttelerin das Foto von dem toten Flüchtlingskind am Strand von Bodrum sah, war ihr klar: „Ich will helfen.“ Bloß wie und wem? Sie entschied sich für die Ausbildung zur Integrationslotsin.

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Engagiert sich als Integrationslotsin: Die Isenbüttelerin Christel Schulz betreut Familien.

Quelle: Christina Rudert

„Die hat mir in kurzer Zeit das nötige Knowhow gegeben, um konkret zu helfen.“ Schon vor Ende der Ausbildung ging es los: „In unserer Kirchengemeinde tauchte eine junge Frau mit ihrem Kind auf.“ Christel Schulz begleitete die Albanerin bei Arzt- und Behördengängen, ging mit ihr einkaufen und kümmerte sich um eine Betreuung für das Kind. „Dank der Ausbildung sind mir einige Zusammenhänge klar geworden.“ Ebenso die Notwendigkeit, die deutsche Sprache zu lernen: „Die Sprache ist der Schlüssel.“ Eine Gelegenheit zum Lernen der Sprache sind - zusätzlich zu den Kursen - Begegnungen mit Deutschen: Christel Schulz verweist auf ein Integrations-Café, welches die Freie Christengemeinde einmal in der Woche anbietet, „speziell für Frauen, die sonst eher isoliert bleiben“. Dabei entstehen Beziehungen, Vertrauen wächst. Ein weiterer positiver Effekt: Angebote wie dieses Café sorgen für Beschäftigung. „Die Flüchtlinge werden mit Langeweile bestraft.“

Was Christel Schulz ebenfalls sowohl in der Ausbildung als auch in ihrem Engagement gelernt hat, ist die Sorge um sich selbst. Trauer, wenn betreute Familien abgeschoben werden; der Umgang mit den traumatisierten Flüchtlingen; die Unmöglichkeit, allen zu helfen: „Ich muss Grenzen ziehen.“ Dabei kann die Supervision für Ehrenamtliche helfen. Einen Wunsch hat sie: „Dass die Integrationslotsen stärker vernetzt sind.“ Manchmal habe sie den Eindruck, gewisse Dinge liefen parallel. „Da wäre mehr Effizienz wünschenswert.“ Aber darüber ist sich die Isenbüttelerin auch im Klaren: „Die Arbeit hat ja gerade erst begonnen. tru

INFO:

Landkreis und Kreisvolkshochschule bieten regelmäßig kostenlose Integrationslotsen-Ausbildungen an. Um das Zertifikat zu erwerben, sind 40 Stunden Ausbildung vorgesehen – teilweise samstags, teilweise in der Woche am Abend. Die Integrationslotsen lernen dabei unter anderem die Arbeit der Ausländerbehörde kennen, absolvieren ein interkulturelles Training und erlernen Grundlagen zum Erlernen der deutschen Sprache, es gibt Informationen zu Beratungs- und Betreuungsangeboten im Landkreis Gifhorn, zu Migrationswegen und Hürden für eine erfolgreiche Integration. Projektkoordinatorin ist seit 2006 Karin Otte von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe beim Landkreis, der nächste Kursus beginnt am 18. Mai. Weitere Infos bei Karin Otte, Tel. 05371-82566 .

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