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Beschwerdebrief an Familienministerin

Calberlah: Getrübtes Mutterglück Beschwerdebrief an Familienministerin

Von außen sieht alles super aus: Sonja Arnold-Sommer ist im siebten Monat schwanger, sie und ihr Ehemann erwarten ein Wunschkind. Aber die Chance, ihren Lebensplan umzusetzen, hat sie nicht, weil das Bundeselterngeldgesetz zu starr und einseitig für ihre Situation ist.

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Sorgen trotz Wunschbabys: So sehr Sonja Arnold-Sommer sich auf ihr Kind freut, treibt ihr doch die Elterngeld-Regelung Sorgenfalten auf die Stirn.

Quelle: Christina Rudert

Calberlah. Beide sind vollzeit berufstätig und wohnen im bald eigenen Haus in Calberlah. Klassischer Mittelstand, wie sich die 38-Jährige selbst beschreibt. Sie möchte nach der Geburt zwei Jahre bei ihrem Kind bleiben. Diese Option hat sie aus finanziellen Gründen nicht: „Ich werde gezwungen sein, nach einem Jahr zumindest in Teilzeit wieder zu arbeiten.“ Das Haus ist noch nicht abbezahlt, es gibt verpflichtende Nebenkosten, der Lebensunterhalt will finanziert sein, und Waschmaschine und Kühlschrank gehen auch mal kaputt. „Es geht mir nicht um Luxus“, betont Sonja Arnold-Sommer. Sondern darum, dass ihr Mann nicht alleine mit der Verantwortung da steht. Und darum, dass sie immer finanziell unabhängig war. „Ich habe nicht geheiratet, um versorgt zu sein.“

Für sie wäre es optimal, in Heimarbeit ein bisschen dazu verdienen zu dürfen. „Das wird mir aber vom Basiselterngeld gleich wieder abgezogen.“ Würde sie sich für zwei Jahre Elterngeld plus entscheiden, „ist es mir zwar erlaubt, in Teilzeit zu arbeiten, aber dann müsste ich mein Kind mit etwa zwei Monaten in eine Fremdbetreuung geben.“ Sie wandte sich per Brief an Familienministerin Manuela Schwesig. Die Antwort aus Berlin war ein Statement für das Konzept des Elterngeldes, für den Freiraum für Väter und dafür, dass Frauen früher wieder arbeiten gehen können. „Das ist rein wirtschaftlich gedacht“, bedauert die Calberlaherin, dass Familien- und Mittelstandsförderung anscheinend nur ein Thema für politische Sonntagsreden ist. Sie kämpft weiter für Entscheidungsfreiheit: „Ich weiß, dass es vielen Frauen ähnlich geht.“ Der nächste Brief nach Berlin ist in Arbeit. tru

INFO-Elterngeld:

Was bedeutet das Elterngeld für eine mittelständische Familie konkret: Beispiel Basiselterngeld: Die Frau erhält zwei Monate Mutterschaftsgeld und zehn Monate 65 Prozent Elterngeld von ihrem Durchschnittsgehalt der vergangenen zwölf Monate, maximal 1800 Euro monatlich für ein Jahr. Bei einem monatlichen Verdienst von 1700 Euro beträgt das Basiselterngeld etwa 1025 Euro, Zuverdienst beispielsweise durch Heimarbeit wird abgezogen. Danach ist jeder Anspruch ausgeschöpft. Beispiel Elterngeld plus: Bei zwei Jahren Elterngeld plus bekommt die Frau bei 1700 Euro Monatsverdienst etwa 500 Euro im Monat. Zwar kann sie bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten gehen, müsste dann jedoch ihr Kind fremdbetreuen lassen. Die Kosten für die Betreuung müssen zusätzlich aufgebracht werden.

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