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Isenbüttel 15 DLRG-Wasserretter sorgen für Sicherheit
Gifhorn Isenbüttel 15 DLRG-Wasserretter sorgen für Sicherheit
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00:18 23.07.2018
Wacht in „Topanga“: Der Beobachtungsstand am Verwaltungsstrand ist hier mit Thomas Kuhr (r.) und Bastian Müller besetzt. Quelle: Christina Rudert
Isenbüttel

Der aufregendste Einsatz war die nächtliche Suche nach einem jungen Mann, der vom Campingplatz verschwunden war: Die Polizei hatte die DLRG am frühen Mittwochmorgen um Unterstützung gebeten. „Dem 16-Jährigen aus Lamspringe war nach zu viel Alkohol schlecht geworden“, so Polizeisprecher Thomas Reuter. Wachführer Tobias Tretschok teilte den Streifen ihre Suchgebiete zu, um 2 Uhr wurde der junge Mann auf einer Bank liegend aufgegabelt, ärztliche Behandlung war nicht nötig. Reuter ist der DLRG sehr dankbar: „Wir hätten Personal anderswo abziehen müssen.“

Kümmern sich eine Woche lang um die Sicherheit der Badegäste am Tankumsee: Die ehrenamtlichen Wasserretter der DLRG Hankensbüttel-Wittingen. Quelle: Anna Richter

Wenn morgens um 10 Uhr die rot-gelbe Flagge gehisst wird, ist das das Signal, dass jetzt die Wasserretter auf ihren Posten sind: Streife gehen, der Wachturm am Seeblick ist besetzt, der kleine Wachturm an der Verwaltungsbucht ebenfalls. „Den haben wir Topanga getauft nach dem Strand bei Malibu, wie Baywatch“, lacht Anna Richter. Ein kleiner Sanitätsrucksack mit Kühlpacks und Pflastern ist vor Ort, „im Zweifelsfall wird per Funk das Boot mit dem großen Sanitätsrucksack angefordert“.

Topanga ist ein absoluter Gewinn für die Sicherheit der Badegäste, findet Tretschok. „Dort am Strand ist immer am meisten los, dort sind viele Familien mit kleinen Kindern, aber dort ist auch die tiefste Stelle des Sees.“ Und Topanga hat sich zu einer Art Auskunftei entwickelt: Wo die nächsten Toiletten sind, ob der See mit Elektrobooten befahren werden darf – lauter Fragen, die die DLRG-Mitglieder freundlich beantworten. Und wenn die erste Schicht morgens kommt, „werden wir von den Leuten freundlich begrüßt“, berichtet Thomas Kuhr, der mit Bastian Müller gerade einen aufmerksamen Blick auf das Gewusel hat.

Wachtturm: Wenn die rot-gelbe Flagge weht, sitzen dort oben zwei ehrenamtliche Mitarbeiter der DLRG und passen auf die Badegäste auf. Quelle: Christina Rudert

Im Funkgerät knackt es, dann ist eine etwas aufgeregte Stimme zu hören. „Das ist einer von unseren drei Praktikanten“, erklärt Wachführer Tobias Tretschok: Wer älter als zwölf Jahre ist und mindestens das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze hat, darf die Woche mit am Tankumsee verbringen. „Das Praktikum gehört zur Ausbildung, und natürlich müssen sie auch den Funkverkehr üben.“

15 Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe Hankensbüttel-Wittingen verbringen eine Woche ihres Urlaubs im Einsatz für die Badegäste, „am Wochenende kommen noch mal fünf dazu, die keinen Urlaub bekommen haben“, sagt Anna Richter, in der Ortsgruppe für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das durchgängig gute Badewetter in diesem Sommer hat die Zahl der ehrenamtlich geleisteten Einsatzstunden drastisch erhöht: „Im vorigen Jahr hatten wir insgesamt 1765 Stunden Wasserrettungsdienst, dieses Jahr sind es jetzt schon 1413 Stunden.“

Weil die Wachtage länger sind zum Beispiel. „Offizieller Dienst ist von 10 bis 18 Uhr“, sagt Tretschok. Um 18 Uhr ist aber am Tankumsee noch der Bär los, „man merkt richtig, dass zur Feierabendzeit ab 16.30 Uhr noch mal ein ganzer Schwung an Badegästen kommt“. Und zwar nicht nur, um mal eben ein paar Runden zu schwimmen, „sondern mit Sack und Pack und Kind und Kegel“, berichtet Anna Richter. Da sei es selbstverständlich, „dass wir auch mal zwei Stunden länger Streife gehen“. Und wenn sie gebraucht werden, ziehen die Wasserretter auch nach Feierabend noch mal in den Einsatz.

Wenn der Dienst um 10 Uhr beginnt, hat die Crew schon Sport absolviert – „bei dem Wetter verlegen wir die Sporteinheiten in die Morgenstunden“, sagt Tretschok –, jemand war einkaufen, „denn wir verpflegen uns selber“, und das Frühstück ist ebenso wie die Morgentoilette beendet.

„Diese Woche ist auch ein Sanitätsausbilder hier, so dass wir schon mal bis 22 Uhr noch Theorie lernen.“ Denn das ist den Lebensrettern vom Tankumsee wichtig: „Wir wollen auf dem Laufenden sein, die aktuellen Ausbildungsregeln kennen, und wir absolvieren auch freiwillig alle zwei Jahre unser Rettungsschwimmabzeichen“, zählt Anna Richter auf.

40.000 Rettungsschwimmer im Einsatz

Deutschlandweit waren im vorigen Jahr 40.000 Rettungsschwimmer der DLRG an Flüssen, Seen und Küsten für die Sicherheit der Badegäste im Einsatz. „Ein großer Teil unserer Arbeit ist präventiv, damit die Leute gar nicht erst in Gefahr geraten“, sagt Tobias Tretschok, Wachführer der DLRG-Hankensbüttel in dieser Woche am Tankumsee. Das ist die Warnung per Lautsprecherdurchsage, wenn ein Gewitter aufzieht, aber auch das Angebot von Schwimmkursen. „Deutschlandweit können 50 Prozent der Erwachsenen nicht gut schwimmen, bei den Kindern sind es noch mehr“, erklärt Öffentlichkeitsbeauftragte Anna Richter. „Kein Wunder, denn wenn immer mehr Schwimmbäder zu Spaßbädern umgewandelt werden, fehlt noch mehr Wasserfläche.“ Da helfe es auch nicht, wenn Grundschulen angehalten sind, Schwimmunterricht zu erteilen, „wenn kein Schwimmbad in Reichweite ist oder es keine entsprechend qualifizierten Lehrer gibt“. 404 Menschen sind im vorigen Jahr ertrunken, „hier bei uns zum Glück niemand“. Die DLRG Hankensbüttel-Wittingen bietet Schwimmkurse an, im Winter in Knesebeck, im Sommer im Waldbad, „und im Sommer gibt es auch immer einen Kursus für Externe, um das Rettungsschwimmerabzeichen zu machen“, sagt Anna Richter. Details gibt es im Internet unter hankensbuettel-wittingen.dlrg.de.

Von Christina Rudert

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