Wichtige Verkehrsachse oder unnötige Abkürzung? Die Ausbau-Pläne der Gemeinde Calberlah für einen kleinen Stichweg beschäftigen nun die Politik.
Sommer 2009: Der parteilose Ratsherr Hermann Plagge, Landwirt und Anwohner des kleinen Wegs zwischen Hauptstraße und Berliner Straße, klagt gegen die Gemeinde Calberlah. Er wollte die Widmung des Stichwegs als öffentliche Straße verhindern. Doch das Verwaltungsgericht und zuletzt auch das Oberverwaltungsgericht gaben der Gemeinde Recht (AZ berichtete). Sie dürfte den Weg nun ausbauen – und die Anwohner müssten 90 Prozent der Kosten tragen.
Doch die Anwohner wollen gar keinen Ausbau: Peter Zaepernick klagte über Raser, „die schon jetzt viel zu schnell fahren, Staub aufwirbeln und eine Gefahr für die Kinder meiner Mieter sind“.
Den Autofahrern sei es zuzumuten, ums Ehrenmal herumzufahren, meint Zaepernick. Bürgermeister Jochen Gese sieht das anders: „Wir sollten den Verkehr auf der Hauptstraße entzerren.“ Und ein Ausbau sei schon allein deshalb nötig, „weil der Sand bei Regen über den Fußweg in die Kanalisation läuft“.
Zaepernick möchte lieber einen Teil des Weges kaufen, für Autos sperren und einen Streifen für Fußgänger und Fahrräder freilassen. Die Gemeinde könnte das Reststück mit Wendehammer ausbauen. SPD-Fraktionschef Thomas Goltermann fand die Idee gar nicht schlecht: „Wir sollten erst über den Kaufantrag entscheiden, ehe wir den kompletten Ausbau planen.“
til