Hochprozentiges als Sorgenkiller: Auch im Kreis Gifhorn fallen immer mehr Senioren mit Alkoholmissbrauch auf.
Mit einer Zunahme um 207 Prozent bei den 70- bis 75-Jährigen und um 230 Prozent bei den 80- bis 85-Jährigen (bezogen auf das Jahr 2000) ist laut Bundesamt für Statistik der Anstieg bei den Senioren besonders stark. Diese bundesweiten Zahlen bestätigen Institutionen vor Ort.
„Dass das Problem zunimmt ist deutlich“, sagt Jürgen Horstmann von der Suchtberatung in Gifhorn. „Ich habe mal eine über 80-Jährige in der Reha-Gruppe gehabt.“ In Fachkliniken gebe es längst Seniorengruppen.
Dr. Christoph Wenzel, Leiter des Gesundheitsamts, sieht verschiedene Gründe, warum Senioren zur Flasche greifen. Unter anderem spielten Gesundheit und Vereinsamung im Alter eine große Rolle.
Was Horstmann auffällt: Viele Klienten stehen kurz vor dem Ruhestand. Ein Leben ohne Beruf, zum alten Eisen gehören? „Da bricht für viele etwas Wichtiges weg.“ Oder in der Partnerschaft brechen Konflikte auf, weil man sich plötzlich ständig auf der Pelle hängt.
„Man muss lernen, seine Freizeit sinnvoll zu gestalten und sich nicht nur über die Arbeit definieren.“ Horstmann empfiehlt darüber hinaus Beratungsgespräche, wenn es Probleme gibt. Dazu rät auch Wenzel. Doch Senioren müssen die Hilfe auch annehmen wollen. „Es ist eine Schwelle, die sie übertreten müssen.“
rtm