Endlich Gewissheit dank vieler Helfer: Abel Renaudeau starb bei der Flucht aus Isenbüttel. Waldemar Peters fand heraus, dass der Franzose in Rühen bestattet ist.
„Das Puzzle ist komplett – ich bin sehr erleichtert“, kann es Béatrice Döring noch gar nicht fassen, dass sie nun endlich weiß, wo das Grab ihres Großvaters ist. Seitdem sie einen alten Brief im Nachlass ihrer Mutter gefunden hatte, war Döring nur bekannt, dass ihr Opa in den letzten Kriegstagen bei der Flucht aus Isenbüttel gestorben war.
Seine Kameraden beerdigten Renaudeau im Wald bei Wendschott, nachdem er im Bombardement ums Leben kam. Döring fand heraus, dass er zuvor als Zwangsarbeiter in Isenbüttel war.
Henny Knoll, das lebende Gedächtnis von Isenbüttel, fand Hinweise in ihrem alten Tagebuch. Und Waldemar Peters, Ex-Bürgermeister von Rühen, durchforstete die Kriegsgräberliste im Gemeindebüro: „Namentlich ist Abel Renaudeau dort zwar nicht genannt, aber die Hinweise sind eindeutig.“ Die Leichen von drei unbekannten Franzosen und 26 Russen, die am 11. April 1945 ums Leben kamen, wurden später ausgegraben, auf dem Friedhof in Wendschott bestattet und 1957 nach Rühen umgebettet – Todesdatum und Ort decken sich mit den Angaben aus dem alten Brief.
„Ich bin froh, dass mein Opa nicht irgendwo im Wald liegt, sondern dass es ein Grab gibt, das bis heute gepflegt wird“, dankt Döring den Rühenern. Demnächst will sie seine letzte Ruhestätte besuchen. Jetzt fragt sich nur noch: Wie kam es überhaupt zu der Tragödie am 11. April 1945?
til