Einwohnerfragestunde: Die Preiserhöhung für das Mittagessen in den Kindergärten der Gemeinde stieß bei den Eltern auf Unverständnis.
Seit 1. September müssen die Eltern, deren Kinder in den Tagesstätten der Gemeinde eine warme Mahlzeit essen, drei statt zwei Euro bezahlen (AZ berichtete). Die beauftragte Firma kümmert sich ausschließlich um die Lieferung des Essens. „Das war etwas blauäugig“, gab Bürgermeisterin Ines Kielhorn zu. Denn für die Erzieherinnen bedeute der Tischdienst einen hohen Aufwand, sie könnten sich nicht um alle Kinder kümmern. „Das ist eine Ungleichbehandlung gegenüber allen Kindern, die kein Essen in Anspruch nehmen.“ Darum habe die Gemeinde Hilfskräfte eingestellt. „Wir haben das mit Leitungen und Elternvertretern vorher besprochen.“
Den Eltern leuchtete diese Begründung nicht ein: „Den Betreuungsaufwand gibt es auch bei Kindern, die nur ein Butterbrot essen“, wandte eine Mutter ein. Vorwürfe, die Gemeinde handele nicht wirtschaftlich, wies Kielhorn zurück. Bisher können die Eltern entscheiden, an welchen Tagen ihre Kinder Essen bekommen. „Regeln wir es über die Satzung, gibt es nur die Option Essen oder kein Essen“, betonte Kielhorn. Dann werde scharf kalkuliert. „Drei Euro reichen da nicht.“ Einige Eltern bestellten das Essen für ihre Kinder inzwischen ab.
„Das ist bedenklich. Was ist mit Unterstützung für sozial schwache Familien?“, fragte ein Bürger. Kielhorn dazu: „Dafür würden wir uns einsetzen, wenn die Familien ihre Notlage nachweisen können.“
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