Mehr Pleiten auch im Kreis Gifhorn: Das Amtsgericht führt das aber noch nicht auf die Finanzkrise zurück.
472 Privatleute und 735 Firmen beantragten 2007 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, 239 beziehungsweise 624 wurden eröffnet. 2008 waren es 458 Privat-Anträge (221 eröffnet) und 702 Firmen-Anträge (604), vergangenes Jahr 476 Privat-Anträge (237) und 797 Firmen-Anträge (689). Das sind Zahlen des Amtsgerichts Gifhorn für seinen Insolvenz-Bezirk, der Peine, Burgdorf und Lehrte mit einschließt.
„Wir sind das viertgrößte Insolvenzgericht in Niedersachsen“, sagt Sprecher Dr. Heinold Willers. Nach sieben Jahren schuldenfrei: Dieses Ziel sei attrakiv, so Willers. „Die Leute denken nicht mehr, dass das Verfahren mit einem sozialen Makel behaftet ist.“ Darauf führt er die Steigerung bei Privatinsolvenzen zurück. Als Hauptursachen nannte er Forderungen von Versandhäusern und Telefon-Anbietern.
„Teilweise sind die Leute schon vier bis fünf Jahre vorher überschuldet, bevor sie das Verfahren beantragen.“ Willers will aktuelle Privat-Pleiten nicht mit der Finanzkrise in Verbindung bringen. Das komme wohl erst in Jahren. Auch die jetzigen Firmenpleiten lassen ihm zufolge noch keinen unmittelbaren Rückschluss zu. „Auch da gibt es Verzögerungen, je nach Branche unterschiedlich lang.“
rtm