Lebendiger Politikunterricht: Der afghanische Diplomat Abed Nadjib war gestern zu Gast am Gifhorner OHG.
Auf Vermittlung von Schulleiterin Ingrid Richter war Nadjib, der mit seiner Familie in Abbesbüttel lebt und in Berlin arbeitet, als Diskussionspartner und Referent in den Kursus Politik und Wirtschaft von Lehrerin Britta Schwier gekommen. Zwei Unterrichtsstunden nahm sich der Experte Zeit, um mit den Zwölftklässlern über die aktuelle Situation in Afghanistan zu sprechen.
„Die Truppen sollten nicht das Land verlassen, bevor Afganistan in der Lage ist, Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen“, forderte Nadjib.
Bis dahin sei es noch ein weiter Weg, denn 71 Prozent der Afghanen könnten weder lesen noch schreiben.
Mit Hilfe der Deutschen sei in dem Land, in dem seit 34 Jahren Krieg herrsche, jedoch schon viel geschaffen worden, lobte der Diplomat das Engagement der Bundeswehr.
„6,5 Millionen Kinder besuchen seit 2001 wieder Schulen, bis zu 15.000 Studenen verlassen inzwischen jährlich eine Universität mit einem Abschluss“, so der Botschaftsrat. Das Fundament für den Aufbau des Landes sei gelegt, doch es gebe noch viel zu tun.
„Deutschland ist fest in unseren Herzen verankert, weil es sich auf positive Art und Weise in unsere Angelegenheiten eingemischt hat“, steht für Abed Nadjib fest.
ust