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Gifhorn Stadt Wolfsburg: Depressionen sind weit verbreitet
Gifhorn Gifhorn Stadt Wolfsburg: Depressionen sind weit verbreitet
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20:00 14.03.2019
Depressionen: Wenn andauernde Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Abgeschlagenheit zu einem Problem werden, ist es wichtig, sich Hilfe zu holen. Quelle: dpa
Wolfsburg

Depressionen sind weit verbreitet. Zuletzt litten 11,8 Prozent der Menschen in Wolfsburg darunter, ein Prozent mehr als noch 2013. „F32/Depressive Episode“ ist übrigens die am elfthäufigsten gestellte Diagnose. Zwei Plätze dahinter rangiert die „Somatoforme Störung/F45“ mit 10,9 Prozent. Die Betroffenen haben körperliche Beschwerden, die sich im klassischen medizinischen Sinn nicht hinreichend auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen.

Wegen psychischer Erkrankungen fehlten Wolfsburger Arbeitnehmer zuletzt durchschnittlich 3,4 Tage im Jahr – und lagen damit genau im Bundesschnitt. Öfter krank geschrieben waren Beschäftigte wegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (4 Tage), wegen Krankheiten des Atmungssystems waren es 3,7 Tage.

„Traurige Gefühle dauern bei den Betroffenen länger an“

Von Depressionen Betroffene fallen über mehrere Wochen oder Monate in ein emotionales Tief, aus dem sie oft keinen Ausweg sehen. „Jeder Mensch ist ab und an unglücklich und lustlos. Und jeder Mensch war wohl auch schon einmal niedergeschlagen oder sogar verzweifelt. Solche Phasen gehören zum Leben, und normalerweise gehen sie nach einer Weile vorüber. Bei Menschen mit einer Depression ist das anders“, erklärt Michael Erdmann von der Barmer.

„Traurige Gefühle und negative Gedanken dauern bei den Betroffenen länger an und überschatten all ihr Handeln und Denken. Depressionen können auch ohne auslösendes Ereignis oder erkennbaren Grund auftreten“, erläutert Erdmann Das gelte für Jung und Alt gleichermaßen: In Niedersachsen waren 2017 rund 7,8 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren mit Depressionen in ärztlicher Behandlung. In Wolfsburg waren es mit 6,9 Prozent etwas weniger.

Verschiedene Symptome

Eine Depression kann ganz unterschiedlich erlebt werden: Einige Betroffene sind vor allem traurig und niedergeschlagen. Alles erscheint sinnlos, nichts und niemand kann sie aufmuntern. Andere empfinden statt Traurigkeit nur eine starke innere Leere, Erschöpfung und Gefühllosigkeit. Wieder andere leiden vor allem unter quälenden Sorgen, Befürchtungen und Ängsten.

Typisch für eine Depression sind laut Erdmann folgende Anzeichen: eine anhaltend gedrückte Stimmung oder Niedergeschlagenheit, Verlust an Energie, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Freudlosigkeit und Desinteresse, selbst an Hobbys und Unternehmungen, die zuvor Freude bereitet haben.

Dazu kommen: vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und ständiges Grübeln, Schwierigkeiten, sich zu entscheiden und zu konzentrieren, Teilnahms- und Empfindungslosigkeit, Rückzug von Angehörigen und Freunden, Hoffnungslosigkeit und Zukunftsängste, bis hin zu Gedanken, nicht mehr leben oder das Leben beenden zu wollen.

Körperliche Symptome, die bei einer Depression auftreten können, sind: Müdigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder -zunahme, sexuelle Lustlosigkeit, Magen-Darm-Probleme, erhöhte Schmerzempfindlichkeit.

Psychotherapie und Medikamente als Behandlungsmöglichkeiten

„Vielen Menschen mit Depressionen fällt es schwer, die Diagnose zu akzeptieren. Ein Grund dafür kann sein, dass sie sich schämen, psychisch erkrankt zu sein und dies vor Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen verbergen möchten. Einige lehnen aus diesen Gründen auch eine Behandlung ab. In vielen Fällen kann eine Behandlung jedoch die depressiven Episoden verkürzen und die Beschwerden lindern“, betont Erdmann.

Bei Depressionen stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die wichtigsten sind eine Psychotherapie wie etwa die kognitive Verhaltenstherapie und/oder Behandlung mit Medikamenten. Welche Therapieform die richtige ist, wo sie am besten stattfindet und wie lange die Behandlung dauert, hängt unter anderem von der Schwere der Erkrankung ab, der Lebenssituation des Betroffenen und davon, wie sich die Beschwerden entwickeln. Mit der Therapeutin oder dem Therapeuten können die Vor- und Nachteile der möglichen Behandlungen, aber auch die Erwartungen und Befürchtungen gegenüber der Therapie besprochen werden.

Die Barmer bietet vielfältige Informationen unter www.barmer.de/gesundheit.

Psychotherapeutische Sprechstunde

Seit dem 1. April 2017 übernehmen die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen auch die Aufgabe, einen Termin in der psychotherapeutischen Sprechstunde zu vermitteln. Ohne Überweisung vom Hausarzt kann der Therapeut in einem ersten unkomplizierten Beratungsgespräch klären, ob eine ambulante Psychotherapie notwendig ist und falls ja, ob diese zeitnah durchgeführt werden sollte.

Besteht dabei kein Verdacht auf eine psychische Krankheit, kann der Patient die Krisensituation gegebenenfalls durch andere Hilfemöglichkeiten (Selbsthilfe-/Beratungsangebote, Schuldnerberatung) stabilisieren.

Dem Patienten kann so unkompliziert und kurzfristig in einer Ausnahmesituation geholfen werden. Dadurch kann verhindert werden, dass sich eine psychische Symptomatik verfestigt beziehungsweise zu einem Langzeitleiden wird.

Kontakt für Niedersachsen: Telefon 0511/56999793, montags bis freitags 8 bis 18 Uhr.

Von der Redaktion

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