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Wo einst Panzer rollten, leben heute seltene Schmetterlinge

Wesendorf Wo einst Panzer rollten, leben heute seltene Schmetterlinge

Wesendorf. Wolfgang Rozicki kartiert Schmetterlinge auf dem Standortübungplatz.

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Mit der Kamera auf der Pirsch: Wolfgang Rozicki spürt den Schmetterlingen auf dem ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr in Wesendorf nach und kartiert die Arten.

Quelle: Thorsten Behrens

Es ist ruhig geworden auf dem ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr in Wesendorf. Statt rollender Panzer gibt es dort heute seltene Schmetterlingsarten. Denen ist der Westerbecker Wolfgang Rozicki mit seiner Kamera auf der Spur.

Seit Ende der 1960er Jahre befasst sich der Westerbecker mit einheimischen Schmetterlingen - auch auf dem rund 300 Hektar großen Gelände in Wesendorf. „Einige Arten, die ich früher entdeckt habe, sind heute verschwunden, andere haben sich angesiedelt“, erklärt er.

Vergangenes Jahr hat er ehrenamtlich die Bestände mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) kartiert - und 446 zum Teil stark gefährdete Arten entdeckt. Hintergrund: die Ausweisung des Geländes als Ausgleichsfläche für die geplante Autobahn 39.

„Ich habe schon frühzeitig auf die Vorkommen seltener Pflanzen und Tiere in diesem Gebiet hingewiesen und darauf, dass die Fläche unbedingt in ihrem jetzigen Zustand erhalten werden muss“, so Rozicki, der einen entsprechenden Pflege- und Entwicklungsplan erstellt hat.

Jetziger Zustand heißt: mit Pflegemaßnahmen. Denn sorgte früher die Bundeswehr dafür, dass das Gelände nicht zuwucherte - Grundvoraussetzung für viele der vorhandenen Arten -, so müssen heute andere Möglichkeiten gefunden werden. So wurden im Frühjahr beispielsweise junge Kiefern durch Mitarbeiter der Gifhorner Jugendwerkstatt entfernt. Und neuerdings weiden Heidschnucken und Rinder auf der Fläche (AZ berichtete).

Insgesamt 43 Tag- und 403 Nachtfalterarten hat Wolfgang Rozicki bisher auf dem ehemaligen Standortübungsplatz entdeckt. Er vermutet noch einmal so viele Arten auf dem Gelände. „Die Region ist so artenreich, weil hier die atlantische und die kontinentale Klimazone aufeinandertreffen.“ Damit sei die Region westliche Verbreitungsgrenze östlicher Arten und östliche Verbreitungsgrenze westlicher Arten.

Unter den bisher 446 kartierten Arten befinden sich 134, die in Niedersachsen als bestandsbedroht eingestuft sind: Vom Aussterben bedroht sind zehn der Arten, darunter Magerrasen-Perlmutterfalter, Habichtskrautspinner und Wegerich-Scheckenfalter (siehe Fotos links). 30 Arten gelten als stark gefährdet, 48 Arten als gefährdet. Weitere 46 Arten stehen auf der Roten Liste der in Niedersachsen gefährdeten Großschmetterlinge.

ba

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