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Gifhorn Stadt Wie Gifhorner Juden dem Nazi-Terror entkamen
Gifhorn Gifhorn Stadt Wie Gifhorner Juden dem Nazi-Terror entkamen
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18:00 01.11.2018
Erinnerung wird lebendig: Ein Buch und einen Stadtrundgang über Gifhorner Juden zur Nazi-Zeit gibt’s ab 9. November. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Der Schlachter Erich Lehmann, der AZ-Redakteur Willy Redlich oder der Kaufmann Otto Schwannecke: Grieger setzt sich in seinem Werk mit dem Leben dieser Gifhorner auseinander, die auf Grund ihrer jüdischen Herkunft in ihrer Heimatstadt Repressalien erleiden mussten. Redlich beispielsweise sah nur den Suizid als Ausweg, um dem Terror der Nazis zu entgehen.

„Es gibt ein deutlich wahrnehmbares Interesse der Gifhorner Bürgerinnen und Bürger an diesem Teil der Stadtgeschichte“, fand Bürgermeister Matthias Nerlich bei der Buchpräsentation anerkennende Worte für die Arbeit von Grieger. Gerade in der aktuellen Situtation sei es von Bedeutung, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, erklärte der Verwaltungschef. Bereits der Vortrag zu diesem Thema, den Grieger im Ratssaal gehalten habe, sei gut besucht gewesen, erinnert Nerlich.

„In Gifhorn waren eben nicht alle zwingend nett zu den Juden“

Die „rassistische Ausgrenzungsgesellschaft“ habe es auch in Gifhorn gegeben, verweist Grieger auf seine Nachforschungen, mit denen er Opfern einen Namen und ein Gesicht verleiht. „In Gifhorn waren eben nicht alle Menschen zwingend nett zu den Juden“, erklärt der Historiker. Insbesondere von kommunalen Einrichtungen seien sie schlecht behandelt worden.

„Die Juden, die in Gifhorn geblieben sind und überlebt haben, stellten sich später wieder in den Dienst des Gemeinwohls“, nennt Grieger einen interessanten Aspekt nach Ende der Nazi-Herrschaft.

Zeitgleich mit dem Verkaufsstart des Buches findet ein Stadtrundgang zu diesem Thema statt.

Rundgang: Kriegsopfern und Juden gedenken

„Da war doch was? – Erinnern für die Zukunft“: Unter diesem Motto startet am Freitag, 9. November, um 15.30 Uhr auf dem Schillerplatz ein ganz besonderer Stadtrundgang. Es geht um das Gedenken an das Ende des I. Weltkrieges sowie an die Reichsprogromnacht 1938 und das jüdische Leben in Gifhorn während der Nazi-Herrschaft.

Veranstalter der Aktion sind die Stadt sowie die Gifhorner Schulen und Kirchen.

Wohnorte und Arbeitsstätten von Gifhornern mit jüdischer Herkunft und die ehemalige Synagoge am Steinweg: Sieben historische Stationen werden bei dem Rundgang angesteuert.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet dann gegen 17 Uhr eine Kundgebung mit Gebet auf dem Marktplatz.

Von Uwe Stadtlich

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