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Wenn Retter zwischen die Fronten geraten

Einsatzalltag in Gifhorn Wenn Retter zwischen die Fronten geraten

Helfer anpöbeln, schlagen, bespucken: Nach einer neuen Untersuchung geben mehr als 90 Prozent aller Mitarbeiter von deutschen Rettungsdiensten an, das schon einmal erlebt zu haben. Auch Retter aus dem Kreis Gifhorn sehen sich immer stärker damit konfrontiert.

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Gewalt gegen Retter: Das ist kein Problem aus Ballungsgebieten mehr, auch in Gifhorn wird der Ton rauer.
 

Kreis Gifhorn. Unbekannte beschießen in Vorsfelde Feuerwehrleute mit Silvesterraketen: „Wie geht das weiter?“, fragt sich Martin Hauck, Leiter des Gifhorner DRK-Rettungsdienstes, angesichts dieser „blinden, dümmlichen Zerstörungswut“. „Werden bald auch Passanten mit Feuerwerkskörpern beschossen?“ So krass sei das im Alltag seiner eigenen Leute noch nicht gewesen, doch auch sie bekommen ihm zufolge eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung am eigenen Leib zu spüren.

Beispiel Schlägereien: „Früher hatte das Auftauchen des Rettungsdienstes eine ähnliche Wirkung wie das der Polizei – man hat voneinander abgelassen“, sagt Hauck. Heute bestehe die Gefahr, dass die Retter zwischen die Fronten geraten. Übergriffe wie Schubsen und Spucken: „Das passiert oft, wenn Alkohol im Spiel ist.“ Nicht nur zu Silvester. „Die Leute werden durchaus respektloser und konfliktbereiter.“

Betrunkene pöbelten

Der Brand der einstigen Pizzeria La Gondola in Gifhorn vor zehn Jahren wird vielen Feuerwehrleuten in Erinnerung bleiben. Betrunkene aus umliegenden Kneipen filmten, behinderten und pöbelten. Stellvertretender Stadtbrandmeister Uwe Reuß und Ortsbrandmeister Uwe Michel – „Das war ein Extrem“ – sind froh, dass so etwas zur Ausnahme gehöre und lange nicht mehr vorgefallen sei.

„Wenn Alkohol im Spiel ist, kommt es schon dazu, dass mancher seine gute Kinderstube vergisst“, sagt Tobias Nadjib von der Kreisfeuerwehr auf AZ-Nachfrage. Einsatzkräfte würden hin und wieder beschimpft. Nadjib, Reuß und Michel sind sich aber einig, dass sich im Kreis Gifhorn die Probleme in Grenzen halten. Noch werde häufiger Kaffee als üble Laune spendiert, berichtete Reuß aus dem Einsatzalltag. „Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass die Leute dankbar sind“, sagt auch Michel. Doch angesichts der bundesweiten Vorfälle „fragst du dich, was aus unserer Gesellschaft geworden ist“.

Von Dirk Reitmeister

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