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Gifhorn Stadt Weg durch die Behörden: Keinesfalls barrierefrei
Gifhorn Gifhorn Stadt Weg durch die Behörden: Keinesfalls barrierefrei
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00:16 15.10.2016
Im Landkreis üblich: Vor Bewilligung einer Schulbegleitung steht die amtsärztliche Untersuchung.
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Zunächst muss geklärt sein, durch welche Instanzen: Leidet das Kind an einer geistigen oder körperlichen Behinderung, ist das Sozialamt zuständig. Leidet es an einer seelischen Behinderung wie zum Beispiel Asperger-Autismus, Entwicklungsverzögerungen im emotionalen oder sozialen Bereich oder der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung ADHS, ist es das Jugendamt.

„In der Regel bekommen die Eltern während der Schuleingangsuntersuchung oder von der aufnehmenden Schule einen Hinweis auf die Notwendigkeit, eine Schulbegleitung zu beantragen“, heißt es auf AZ-Anfrage aus dem Fachbereich Soziales der Kreisverwaltung.

Es folge ein Formantrag an den Fachbereich. Sofern noch keine ärztliche Stellungnahme vorliegt, muss der Amtsarzt die Behinderung feststellen - andernorts genügt ein Attest des Hausarztes oder ein Schulgutachten, der Amtsarzt wird nur bei Zweifelsfällen hinzu gezogen. Für eine „individuelle, den Bedürfnissen des Kindes angepasste Einzelfallentscheidung“ folgen im Landkreis Gifhorn bei Bedarf Hausbesuche und eventuell Hospitationen in den Schulen.

Ein Thema für sich sind Schulbegleiter im Ganztagsbereich: „Bei der verpflichtenden Ganztagsschule besteht eine Anwesenheitspflicht der Schüler, auch die Nachmittagsangebote sind Bestandteil des Unterrichts“, schreibt der Fachbereich Soziales. „Deshalb ist hier auch ganztätig eine Schulbegleitung zu gewähren.“

Bei offenen Ganztagsschulen muss eine Begleitung für den Nachmittag gesondert beantragt werden, es folgt eine Einzelfallprüfung.

Für den Fachbereich Jugend ist die Schulbegleitung keine einzeln zu beantragende Leistung, es gehe eher um eine Form möglicher Leistungen zur Eingliederung. Ziel sei, einem seelisch behinderten jungen Menschen die Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen.

„Dazu muss vorher geprüft werden, ob eine seelische Erkrankung vorliegt und diese auch zu einer Teilhabebeeinträchtigung am gesellschaftlichen Leben führt.“ Heißt im Verfahren: Ein Kinder- und Jugendpsychologe oder -Psychiater muss eine seelische Erkrankung feststellen, woraufhin der Sozialarbeiter im Jugendamt untersucht, ob diese Erkrankung die Teilhabe beeinträchtigt.

Bei der Podiumsdiskussion des Behindertenbeirats hatte Rolf Amelsberg, beim Landkreis verantwortlich für den Fachbereich Jugend und Soziales, festgestellt: „Wir sind zwar für Eingliederungshilfe zuständig, aber nicht für die rechtlichen Rahmenbedingungen verantwortlich.“

Für gesetzliche Anpassungen und Veränderungen sei vielmehr die Bundes- und Landespolitik richtiger Ansprechpartner.

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