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Vor 70 Jahren fielen die Bomben

Meine Vor 70 Jahren fielen die Bomben

Meine. Als in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1944 in Meine die Sirenen aufheulten, flüchteten etwa 20 Menschen in den Keller eines Hauses an der Hauptstraße 6. Unter ihnen war Walter Eggers, damals elf Jahre alt. Und er hatte wie die übrigen Meiner Glück: Alle überlebten den Bombenangriff vor 70 Jahren. Das Ausmaß der Verwüstungen dokumentieren Fotos, die Eggers bis heute aufbewahrt hat.

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Fotos von der Bombennacht: Walter Eggers (81) hat miterlebt, wie in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1944 Bomben der Alliierten auf Meine fielen. Er suchte damals zusammen mit rund 20 Bewohnern Schutz in einem Keller. Als die Bomben fielen, wurden die Bahnstrecke, die heutige B 4 und viele Häuser beschädigt. Die Menschen kamen mit dem Leben davon, es gab zwei Verletzte.

Quelle: Photowerk (co)

Der heute 81-Jährige erinnert sich gut an die Nacht, als die Alliierten Bomben auf die damalige Reichsstraße 4 und die Bahnstrecke von Gifhorn nach Braunschweig abwarfen. Seine Familie bewohnte ein Haus an der Hauptstraße nahe der Gleise. „Wir flüchteten in den Keller, zusammen mit den Nachbarn waren wir etwa 20 Leute“, so Eggers. Es war nicht der erste Bombenalarm, den er erlebte. „Das ging jede Nacht so“ In dieser Nacht im August war Meine das Ziel. Eggers hörte das Brummen der Flugzeugmotoren. Dann erschütterten die Detonationen der Bomben den Boden. „Man konnte schlecht atmen, so viel Staub lag in der Luft“, so Eggers. Er hörte Schreie von Müttern und ihren Kindern. Der Ausgang des Kellers zum Hof wurde durch die Explosion zugeschüttet.

Sie hatten Glück. Die Bomben trafen einen Lagerschuppen mit Düngemittel und einen Stall, wenige Meter vom Haus entfernt. Fenster gingen zu Bruch, die Dächer wurden abgedeckt, aber das Leben der Bewohner blieb verschont. Zwei Verletzte soll es gegeben haben, erinnert sich Eggers. Im Keller des damaligen Zuckerhauses hätten Sanitäter die Meiner versorgt.

Von 13 Bomben hatte eine die Bahngleise getroffen und mit der Wucht der Detonation die Schienenstränge auseinander gerissen. Das Haus des Melkermeisters Wilhelm Dietz trug eine breite Lücke im Mauerwerk davon, die Dienstwohnung des Zuckerfabrik-Direktors wurde auch beschädigt. Bis die Schäden an den Häusern repariert waren, kam Eggers Familie bei Verwandten unter.

Einer der Meiner schoss von den Verwüstungen Fotos. Solche Dokumente sind selten, schließlich waren die Ressourcen zum Ende des Krieges knapp - auch Filme. Eggers bewahrte die Aufnahmen sorgfältig auf. Er selbst erinnert sich noch gut an den Bombenabwurf. „Das hatte mich als Kind schon sehr beeindruckt. Wenn ich danach in den Keller ging, um ein Glas Marmelade zu holen, war da auch wieder die Angst.“ Eggers blieb in Meine, engagierte sich in den Vereinen, arbeitete bei der Spar- und Darlehenskasse Meine, aus der später die Genossenschaftsbank Papenteich und dann die Volksbank Papenteich wurde. Bis 1991 war er dort Filialleiter.

co

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