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Gifhorn Stadt Vom Alltag an der Grenze
Gifhorn Gifhorn Stadt Vom Alltag an der Grenze
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18:00 08.11.2012
Die Grenze: Michael Arndt hat erforscht, wie die Bewohner von Zicherie-Böckwitz sie früher empfanden und was sie heute für eine Rolle spielt. Quelle: Archiv

234 Seiten dick ist sie, die Masterarbeit von Michael Arndt über die Wahrnehmung der innerdeutschen Grenze im Doppeldorf Zicherie-Böckwitz. Das Fazit des 26-Jährigen: „Die Grenze ist während der Teilung zum Alltag geworden, für beide Seiten.“

Positiv angetan war Arndt von dem „Geschichtsbewusstsein“ der Zicherier und Böckwitzer. „Sie hatten großes Interesse, mir ihre Geschichte zu erzählen.“ So sei auch seine Masterarbeit eine Sammlung sehr emotionaler Aussagen, „keine Politikgeschichte über den Kalten Krieg“. Aber genau das machte für den jungen Historiker den Reiz aus: „Vom Alltag an der Grenze ist wenig bekannt.“

Mit zehn Bewohnern des Doppeldorfes hat er bis zu 90-minütige Interviews geführt, „dann war die Konzentrationsfähigkeit auf beiden Seiten erschöpft“. Namentlich erwähnt wird niemand von ihnen, Arndt hat ihnen Profile mit einer kurzen Charakterisierung verpasst. „Die Jüngste war knapp 30 Jahre alt, die Ältesten Mitte 70.“

Während er im 80-seitigen Hauptteil Thesen und Forschungsergebnisse zusammenfasst, sind auf den anderen 150 Seiten die Interviews zu lesen - Arndt hat sie alle wörtlich abgetippt. Aus einem dieser Interviews stammt auch der Titel der Arbeit: „Wie so ein Meer...“: „Der Interviewpartner hat mir erklärt, dass die Grenze für ihn wie ein Ozean war: Es ging bis hierher und nicht weiter.“

Jetzt hofft Arndt darauf, seine Arbeit nicht nur in der Bibliothek für Geschichtsdidaktik der TU Braunschweig zu archivieren. „Selbstverständlich müssen die Interviewpartner einverstanden sein.“ In Brome und Zicherie liege die Masterarbeit in den Archiven des Museums- und Heimatvereins und des Museums.

tru