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Gifhorn Stadt Unerlaubte Abgabe von Drogen: Ärztin in U-Haft
Gifhorn Gifhorn Stadt Unerlaubte Abgabe von Drogen: Ärztin in U-Haft
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23:00 12.08.2013
Methadonprogramm: Eine Ärztin aus dem Landkreis soll Betäubungsmittel unerlaubt abgegeben haben. Sie sitzt in U-Haft. Quelle: michael pluemer
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Die 62-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. „Haftgründe sind Fluchtgefahr und Wiederholungsgefahr“, sagt Birgit Seel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Medizinerin, deren Praxis seit gut einer Woche geschlossen ist, hatte eine Genehmigung für 100 Substitutionspatienten - Drogenabhängige bekommen Methadon als Ersatz für Heroin. Nach AZ-Information soll die Ärztin seit Mitte der 1990er-Jahre im Substitutions-Programm tätig sein.

„Sie hat die Richtlinien für die Abgabe der Betäubungsmittel nicht eingehalten“, sagt Birgit Seel. So müssen Patienten in den ersten sechs Monaten der Behandlung täglich in die Praxis kommen und vor Ort das Methadon einnehmen. „Das wurde lax gehandhabt, die Patienten haben Betäubungsmittel für mehrere Tage mit nach Hause bekommen, die Betäubungsmittel in der Praxis waren nicht ordnungsgemäß im Tresor gelagert“, nennt Seel Ermittlungsergebnisse. Eine lückenlose Dokumentation über die Abgabe der Ersatzdroge fehle, gegenüber Krankenkassen sei falsch abgerechnet worden.

„Bei einer Voruntersuchung wurde die Ärztin auf diese Mängel hingewiesen, die allerdings auch bei einer zweiten Untersuchung nicht abgestellt waren“, erklärt die Staatsanwältin die Wiederholungsgefahr. Bei einer Verurteilung müsse die Medizinerin mit einer Strafe „von mehr als zwei Jahren“ rechnen.

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