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Und plötzlich rückt der Schrecken ganz nah

Rühen Und plötzlich rückt der Schrecken ganz nah

Rühen. „Wir sind nicht schuld an dem, was passiert ist. Aber wir machen uns schuldig, wenn wir vergessen, verdrängen oder verfälschen“: Es war schon ein sehr spezieller Geschichtsunterricht, den Jakob Odinius am Donnerstag den neunten und zehnten Klassen der Realschule am Drömling gab.

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„Alle haben begriffen, dass ich es ernst meine“: Jakob Odinius schilderte anhand der Biografie des litauischen Juden Solly Ganor die Grausamkeit der Nationalsozialisten.

Quelle: Christina Rudert

Odinius schilderte das Leben seines Freundes, des litauischen Juden Solly Ganor.

In nüchterner Sprache erzählt Odinius von einem Leben, das so normal begann wie nur irgendeins, 1928 im Memelland. Machtergreifung Hitlers, russische Besetzung Litauens, der Einmarsch der Deutschen, das Ghetto von Kaunas, das KZ Kaufering, Todesmarsch, Befreiung durch die Amerikaner. Die Daten stehen in Geschichtsbüchern. Und jedes hat furchtbare Auswirkungen auf das Leben des Jungen, des pubertierenden Jugendlichen, des ausgemergelten, 16-jährigen KZ-Häftlings.

Odinius überdreht den Spannungsbogen nicht. Bilder von Leichenbergen blendet er schnell aus, erzählt auch amüsante Episoden. Er will keinen Schockeffekt, er will eine Botschaft vermitteln. Und das gelingt: Nach gut zwei Stunden konzentrierten Zuhörens und etlichen Rückfragen sagt ein Jugendlicher im Rausgehen: „Das war richtig cool.“ Bei ihm ist die Botschaft angekommen, dass sich der Einsatz für Demokratie und Menschenwürde lohnt.

„Die Jugendlichen waren hoch motiviert und gut vorbereitet“, lobt Odinius. „So etwas habe ich an einer Realschule noch nie erlebt.“ Rektorin Doris Beneke und Politiklehrerin Angelika Danklefsen hatten ihn nach Rühen geholt nicht zuletzt wegen des zweistelligen Wahlergebnisses, das die NPD bei der Juniorwahl vor der Bundestagswahl an der Realschule erzielt hatte. „Dieses Wahlverhalten war vielleicht als Provokation gemeint, aber mit dem Vortrag konnten wir das gut aufarbeiten“, sagt Angelika Danklefsen.

www.die-bildungsinitiative.de

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