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Gifhorn Stadt Übergriffe gegen Einsatzkräfte: Hemmschwelle sinkt
Gifhorn Gifhorn Stadt Übergriffe gegen Einsatzkräfte: Hemmschwelle sinkt
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23:28 22.02.2017
Zusatzbelastung im Einsatz: Auch im Kreis Gifhorn müssen Retter mit Angriffen rechnen. Quelle: Archiv
Gifhorn

In der Silvesternacht warf eine in der Einfahrt eines Gerätehauses feiernde Partygesellschaft zum Einsatz eilenden Feuerwehrleuten Böller hinterher und behinderte die Abfahrt. Feuerwehrleute in zivil wollten ihren Kameraden helfen und den Weg frei machen und wurden daraufhin krankenhausreif geprügelt. Dieser Fall aus Salzgitter schlug auch bei den Gifhorner Feuerwehrleuten hohe Wellen. Auch ihre Pressestelle veröffentlichte das Fahndungsfoto der Polizei.

Gifhorns stellvertretender Stadtbrandmeister Uwe Reuß sieht die Welt im Kreis noch einigermaßen in Ordnung, mit Gaffern habe man mehr Scherereien als mit Gewaltbereitschaft. Dennoch: „Das kann jeden Tag passieren“, befürchtet er, dass solche Unarten auch hier auftreten. „Die Hemmschwelle sinkt immer weiter. Auf alle Fälle müssen die Einsatzkräfte vor Übergriffen geschützt werden.“

Dass seine Leute behindert werden, sieht auch DRK-Vorstand Stephan Klauert noch als Ausnahmefälle an. Doch auch er befürchtet wie Reuß eine Zunahme angesichts des gesellschaftlichen Wandels. Den Stellenwert, den Helfer früher gehabt hätten, gebe es so heute nicht mehr. „Es herrscht mehr Egoismus.“ Das vermeintliche Recht auf einen Schnappschuss vom Unfall boxe ein Gaffer möglicherweise auch mal durch.

Hochkochende Emotionen bei Familienstreitigkeiten: „Das ist nicht ganz ungefährlich“ - uneinsichtige Betrunkene: Die Kollegen vom Streifendienst müssen sich laut Polizeisprecher Thomas Reuter viel gefallen lassen. „Die Übergriffe haben gewaltig zugenommen.“

Wie Reuß und Klauert begrüßt auch er den Beschluss zur Gesetzesänderung. „Gleichwohl muss das Strafmaß dann aber auch ausgeschöpft werden.“

Reuter sieht Grenzen des Gesetzgebers bei der „bedenklichen gesellschaftlichen Entwicklung“. „Da sind viele Institutionen gefordert, aber das wird ein langer Weg werden.“

rtm

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