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Gifhorn Stadt Tonnen-Tausch: Die Skepsis ist groß
Gifhorn Gifhorn Stadt Tonnen-Tausch: Die Skepsis ist groß
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23:00 07.02.2017
Aus im Heidland: Die Elektroschrott-Annahme schließt zum 1. März – einige Bürger sind daher verärgert. Quelle: Cagla Canidar Archiv
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Gifhorn

Dr. Michael Lemke ist misstrauisch. Der Gifhorner glaubt nicht, dass der immense Aufwand nur dazu dienen soll, die Häufigkeit der Leerung einer Mülltonne zu erfassen. Auch Christian Politze aus Meine ist überzeugt: „Irgendwann wird, wie im Landkreis Helmstedt bereits erfolgreich praktiziert, der Müll gewogen und nach Gewicht abgerechnet.“ „Sicherung der Mülltonnen gegen Fremdeinwurf“ werde nötig sein, sagt Lemke. Politze: „Die Leute werden, um Gebühren zu sparen, ihren Müll in der freien Wildbahn entsorgen.“ Lemke glaubt auch nicht, dass die Müllentsorgung für die Bürger preiswerter werde. Antje Präger vom Landkreis verweist darauf, „dass sowohl die Politik als auch die Verwaltung des Landkreises Gifhorn bei der Entscheidung zur Einführung des neuen Müllsystems eindeutig und wiederholt eine Verwiegung des Abfalls und eine darauf basierende Ermittlung der Müllgebühr ausgeschlossen haben“. Auch gegen Fremdeinwurf sei ein Kraut gewachsen. Die Tonne werde unabhängig davon, ob sie voll ist oder nicht, geleert. „Dies macht für die Kosten der Leerung keinen Unterschied, da nicht verwogen wird. Falls also jemand in eine bereitgestellte Tonne weiteren Müll einfüllt, führt dies nicht zu höheren Kosten für den Nutzer der Tonne.“ Die Gefahr höherer Kosten bestehe nur, wenn die Tonne auch zu den übrigen Zeiten – also nicht nur zum Leerungstag – dort steht, wo andere Zugang haben. „Dies ist aber eine Gefahr, die auch jetzt schon besteht.“ Auch Zweifel an der Datensicherheit des Chips tritt Präger entgegen. Auf ihm sei eine 16-stellige Identifikationsnummer gespeichert, „keine Adressdaten und schon gar keine Namensangaben“. Erst nach der registrierten Leerung werde diese Nummer in der Kreisverwaltung mit den Nutzerdaten verknüpft.

Elektroschrott-Annahme: „Geht es noch komplizierter?“

Die Schließung der Elektronikschrott-Annahme bei Remondis im Gifhorner Heidland zum 1. März kommt bei den Gifhornern nicht gut an. Die Alternativen, auf die der Landkreis verweist, halten sie für umständlich. „Geht es eigentlich noch komplizierter und kundenunfreundlicher?“, wettert Dr. Michael Lemke aus Gifhorn. Bis 25 Zentimeter Kantenlänge müssen Fachhändler Toaster, Mixer und Co. kostenlos und ohne Gegenleistung des Verbrauchers annehmen. Geräte mit mehr als 50 Zentimeter Kantenlänge würden abgeholt. Und die Geräte dazwischen? „Schön nach Wesendorf fahren“, sagt Lemke Kopf schüttelnd. Die zentral gelegene Elektroschrott-Annahme im Heidland abzuschaffen, wertet er als „eindimensionale Optimierung“ zu Lasten der Bürger. „Es ist zu befürchten, dass der Bürger angesichts dieser konfusen Regelungen zukünftig den Weg des geringsten Widerstandes gehen wird: Ab in den Restmüll.“

Antje Präger vom Landkreis Gifhorn sieht die Situation für Verbraucher dagegen verbessert. „Elektronikmärkte, teilweise Baumärkte sind verpflichtet, Geräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge zurück zu nehmen. Damit wird ein Großteil der Haushaltsgeräte erfasst (Föhn, Mixer, Toaster, elektrische Zahnbürste, Rasierer).“

Größeres nehme der Handel zurück, wenn dort ein vergleichbares Gerät neu gekauft werde. Und: „Die Monitore und TV-Geräte über 50 Zentimeter werden zukünftig auf Anforderung von Remondis abgeholt, wie vorher schon Herde und Kühlgeräte. Dabei werden dann auch die kleineren Elektrogeräte mitgenommen, also auch die von 1 bis 50 Zentimeter Kantenlänge.“

Als alternative Annahmestellen neben Wesendorf bleiben laut Präger die Diakonie in Kästorf sowie der Wertstoffhof Ausbüttel (mit Ausnahme Kühlgeräte, Monitore und TV-Geräte). Deshalb werde die Annahmestelle im Heidland - auch aus Kostengründen - geschlossen.

rtm

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